Jugendarbeit in Gadebusch : Kündigung: Freizeithaus vor dem Aus

In der Steinstraße befindet sich das Freizeithaus. Sämtliche Mitarbeiter erhielten ihre Kündigung. Fotos: bohlmann
In der Steinstraße befindet sich das Freizeithaus. Sämtliche Mitarbeiter erhielten ihre Kündigung. Fotos: bohlmann

Beschäftigten des Vereins wird der Gang zur Arbeitsagentur nahe gelegt. Mädchentreff schließt voraussichtlich Ende des Jahres

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30. Juni 2016, 05:00 Uhr

In der Stadt Gadebusch drohen noch in diesem Jahr zwei Jugendtreffs für immer von der Bildfläche zu verschwinden: das Freizeithaus und der Mädchentreff. Das befürchten Gadebuscher, die sich Sorgen um zukünftige Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche machen.

Nahezu definitiv ist das Aus des 1993 gegründeten Mädchentreffs. Dessen Verein soll zum Ende des Jahres aufgelöst werden. Somit dürfte der traditionsreiche „Bunte Abend“ Anfang November einen traurigen Schlusspunkt bilden. Die Veranstaltung werde wohl eine der tränenreichsten in der Geschichte des Mädchentreffs, wenn nicht noch ein Wunder geschehe, sagt eine Kursleiterin.

Ein Fragezeichen steht auch hinter der Zukunft des Gadebuscher Freizeithauses. Sämtlichen Beschäftigten des Vereins ist in diesen Tagen die Kündigung zum 31. Dezember 2016 in die Hand gedrückt worden. Zur Diskussion steht zudem die Vereinsauflösung. Beschlossen sei diese allerdings noch nicht, betont der Vereinsvorsitzende Rico Greger gegenüber der SVZ. Er bezeichnet die Kündigung der Beschäftigten als „Vorsichtsmaßnahme zur Wahrung von Fristen“.

Während sich die Beschäftigten nicht zu dem drohenden Aus des Freizeithauses äußern wollten, warnen Vereinsmitglieder davor, dass nach einem Vierteljahrhundert die Kinder- und Jugendarbeit in Gadebusch mit einem Schlag platt gemacht werden könnte. In die Röhre würden dann auch Kinder in Lützow, Brüsewitz, Pokrent, Roggendorf, Dragun und Mühlen Eichsen gucken. Denn auch dort ist das Spielmobil „Dino“ des Freizeithauses regelmäßig auf Tour.

Handlungsbedarf besteht also, zumal bereits zum 1. Juli 2017 die Kinder- und Jugendarbeit in und um Gadebusch unter neuer Flagge fortgeführt werden soll. Das ist zumindest das erklärte Ziel der Verantwortlichen. Und die neue Flagge könnte ein rotes Kreuz auf weißem Untergrund aufweisen. Denn das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist nach SVZ-Informationen einer der potenziellen Interessenten.

Das DRK betreibt bereits in der Kreisstadt Wismar ein Kinderjugendfreizeitzentrum sowie Jugendclubs in Boltenhagen und Neuburg. Und in der nächsten Woche soll es ein Gespräch zwischen DRK, Landkreis und der Stadt Gadebusch geben, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Vieles hänge von diesem Gespräch ab, betont der Amtsvorsteher und Vereinsvorsitzende Rico Greger. Zudem sollen Gemeinden, die Mitglied im Kinder- und Jugendfreizeit e.V. sind, in den nächsten Wochen Farbe zur Zukunft des Vereins bekennen.

„Dass wir alles auf Null fahren, will niemand. Außerdem wollen wir von der Qualität her möglichst keine Einbußen haben“, sagt Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest. Vorstellbar sei, beide Einrichtungen zusammenzuführen. Zu klären wäre hierbei auch die Standortfrage. Denn während der Mädchentreff Mieter im „Kreml“ ist, ist das Freizeithaus in Vereinshand. Sollte der Verein allerdings aufgelöst werden, steht eine mögliche Rückübertragung des Hauses an den Landkreis Nordwestmecklenburg zur Diskussion. Der Kinder- und Jugendfreizeit e. V. hatte das ehemalige Haus der Pioniere nach der Wende für den symbolischen Preis von einer D-Mark übernommen.

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