Recyclingfirma aus Benzin expandiert : Kühlschränke voller Rohstoffe

Dirk Haberland und Siegfried Schielke entladen einen Container mit Kühl- und Elektrogeräten. Fotos: volker Bohlmann
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Dirk Haberland und Siegfried Schielke entladen einen Container mit Kühl- und Elektrogeräten. Fotos: volker Bohlmann

Entsorgungsunternehmen Klink zerlegt Kühlgeräte und führt Rohstoffe dem Wirtschaftskreislauf zu. Baustart für neue Firma im September

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08. August 2016, 08:00 Uhr

Kühle Getränke, Eis und gekühlte Lebensmittel – ohne Kühlschrank geht nichts in der heutigen Zeit. Mehr als drei Millionen dieser Elektrogeräte werden jährlich bundesweit außer Betrieb genommen und entsorgt. Besser gesagt auf Recyclinghöfen demontiert.

In dem kleinen Ort Benzin hat sich René Klink auf das Geschäft mit der Entsorgung von ausgedienten Kühlgeräten spezialisiert. „Zirka 20 000 Stück – 2500 Tonnen – werden bei uns jährlich händisch zerlegt. Dabei handelt es sich um Geräte aus dem Einzugsgebiet von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg“, sagt Klink. Der 38-Jährige kennt das Geschäft, hat es von der Pike auf im Betrieb des Vaters gelernt und die Geschäftsführung im Jahr 2001 übernommen.

Acht Mitarbeiter zerlegen tagtäglich die unterschiedlichsten Geräte aus dem Handel. Oberstes Gebot: Schadstoffe wie das früher verwendete Kältemittel FCKW und die heute in Verwendung befindlichen Kühlmittel müssen entnommen und fachgerecht entsorgt werden. Keine Aufgabe für Laien, gibt Klink zu verstehen. „Unsere Betrieb ist von de Dekra zertifiziert, jährlich gibt es Überprüfungen“, sagt er. Nachweise über Abfallströme, Ausstoßmengen müssen lückenlos erbracht werden. Während die Kühlmittel in die Sonderbehandlungsabfallanlage gelangen, werden Bauteile aus Kupfer, Aluminium und Eisen als auch Kunststoffe der Wiederverwertung zugerührt.

Das beinhalte die Rücknahmeverpflichtung der Hersteller, des Handels und so sehe es auch das Elektro G2 Gesetz vor. Daran müssen sich der Handel als auch die Konsumenten halten. „Es gibt kommunale Sammelstellen, wo jeder sein Gerät kostenlos abgeben kann“, sagt Kink.

Umweltschutz und Rohstoffe wiederverwerten, das sei das große Thema der Zukunft, so der Unternehmer aus Benzin. Vor diesem Hintergrund beschäftigt er sich aktuell mit der Planung eines neuen Entsorgungsbetriebes im Gewerbegebiet Rehna Nord. Klink wird dort ab Herbst für mehrere Millionen Euro einen der modernsten Entsorgungsbetriebe aufbauen. „Eine vollautomatische Anlage, die 15000 Tonnen jährlich im Dreischichtsystem verarbeitet“, sagt der Benziner. Ein Großprojekt, das Herstellern und Handel die Entsorgung der Altgeräte und folglich verlässliche Warenströme sichert.

Das Entsorgungsunternehmen wird eines der modernsten sein: „Deutschlandweit gibt es 13 solcher Anlagen. Unser Betrieb arbeitet nach der Norm EN 50574.“ Ein Zahlencode, hinter dem die Definition zur Handhabung, Transport, Lagerung, Sortierung und Behandlung von Haushaltsgeräten steht, die flüchtige Fluorkohlenwasserstoffe oder flüchtige Kohlenwasserstoffe enthalten und als Elektro- und Elektronik-Altgeräte ausgesondert werden. Eine wichtige Qualifikation für Klink.

Mit den neuen Maschinen wird die Handarbeit so gut wie passé sein: Die Zerlegungsprozesse laufen bis zur Sortierung der wiederverwertbaren Rohstoffe automatisch. Personalzuwachs sei dennoch erwünscht. Klink geht bei seiner Planung von einer Aufstockung des Personals auf bis zu 20 Mitarbeiter aus: „Schlosser, Elektriker, weiteres Fachpersonal wird zur Wartung und den Betrieb der Anlage notwendig sein.“

Nach dreieinhalb Jahren Planung, Vorarbeit und Genehmigungsverfahren steht nun für Mitte September der Baubeginn in Rehna an.

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