Gross Brütz : Krippenspiel wird erwachsen

Probe in der Groß Brützer Kirche für das Krippenspiel morgen Abend :  Maria und Josef an der Krippe, Hirten wärmen sich am Feuer, Musiker und Hausbesitzer kommen hinzu.
Probe in der Groß Brützer Kirche für das Krippenspiel morgen Abend : Maria und Josef an der Krippe, Hirten wärmen sich am Feuer, Musiker und Hausbesitzer kommen hinzu.

In der Groß Brützer Kirche erzählen in diesem Jahr Frauen und Männer die Weihnachtsgeschichte

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22. Dezember 2014, 23:00 Uhr

Am Heiligen Abend wird auch in der Dorfkirche von Groß Brütz jeder Platz besetzt sein. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr. Und am 24. Dezember gehört ein Krippenspiel dazu. „Wir erzählen die Geschichte von der Geburt Jesu jedes Jahr ein bisschen anders – aber dieses Jahr betreten wir Neuland“, ist sich Pastorin Gesine Isbarn bewusst. Denn in Groß Brütz wird die Weihnachtsgeschichte morgen nicht von Kindern dargestellt. Sieben Erwachsene aus der Kirchengemeinde schlüpfen in die Rollen von Maria und Josef, von Hausbesitzern und Hirten. Zwei Musiker kommen hinzu, eine Souffleuse gibt Hilfestellung.

Für die meisten Darsteller ist das eine Premiere. Nur Vera Isbarn, die Tochter der Pastorin, hat schon bei Krippenspielen mitgewirkt. „Aber noch als Kind, als Erwachsene bin auch ich das erste Mal dabei“, betont die junge Frau. Die anderen Darsteller sind zumeist schon um die 60 – und haben Lampenfieber vor der Aufführung. Zugleich sind sie froh und stolz, an dem Krippenspiele mitwirken zu können. „Als Kind hatte ich dafür keine Zeit“, berichtet Margret Schmidt aus Klein Welzin. Die 60-Jährige ist auf einem Bauernhof groß geworden. Da war immer viel zu tun, daher hatten die Eltern keine Zeit, ihre Tochter zu Krippenspielproben ins Kirchdorf Groß Brütz zu fahren. Auch bei Sybille Pulst hat es sich „nie ergeben“ beim Krippenspiel mitzumachen. Die 62-Jährige ist in Ludwigslust aufgewachsen und lebt heute in Gottmannsförde. Als sie von dem Krippenspiel mit Erwachsenen hörte, entschloss sie sich spontan zum Mitmachen. Ebenso erging es Birgit Bentin aus Grambow, die die Maria darstellen wird. „Da habe ich ganz schön viel Text zu lernen. Ich hoffe, dass ich nicht stecken bleibe“, erzählt die 62-Jährige bei der Probe.

Die zu erzählende Geschichte kennen die Darsteller alle aus dem Effeff. „Das ist ein großer Unterschied und Vorteil im Vergleich zu den Aufführung mit Kindern“, berichtet Gesine Isbarn. Doch die Groß Brützer haben natürlich den Text variiert – wie in jedem Jahr. Mit erwachsenen Darstellern war es zudem leichter, aktuelle, politische Bezüge einzubauen. Noch weitere Unterschiede traten schon bei den Proben zu Tage: Die Frauen und Männer sprechen lauter, treten couragierter auf und setzen die Regie-Anweisungen schneller um.

Dennoch ist das Krippenspiel von Erwachsenen keine Abkehr von den traditionellen Aufführungen mit Kindern. Auch in diesem Jahr wollten einige Mädchen und Jungen in Groß Brütz gern dabei sein. Es waren aber nicht genügend Darsteller, um alle Rollen zu besetzen, berichtet die Pastorin. So entstand die Idee, bei den Erwachsenen nachzufragen. Und die kam an. „Bislang war es ja meist so, dass wir in der Kirchenbank saßen und den Kindern zuschauen“, ergänzt Klaus Bügel. „Dieses Mal ist es eben umgekehrt.“ Er wird bei der Aufführung Gitarre spielen. Annette Nienkerk Flöte. Die beiden Lübstorfer Hobbymusiker treten nicht zum ersten Mal in Groß Brütz auf, beim Krippenspiel aber schon. Und auch sie haben sich etwas Besonderes überlegt: Ein tragendes Element bei der Aufführung wird die Melodie der Hoffnung sein, die sich wie die Botschaft der Weihnachtsgeschichte mehr und mehr ausbreitet.

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