Widerstand : Krembz lehnt Windpark weiter ab

Aufbau des Windparks bei Badow: Weitere Anlagen lehnen die Bürger der Region ab.
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Aufbau des Windparks bei Badow: Weitere Anlagen lehnen die Bürger der Region ab.

Unterschriftenliste an Planungsverband übergeben. Eignungsfläche für Windpark Goddin nicht ausreichend.

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02. Juli 2015, 23:50 Uhr

Die Gemeinde und ihre Bürger machen weiter mobil gegen einen möglichen Windkraftanlagenpark Neu Steinbeck. Teil des Protestes ist eine Unterschriftensammlung. „Mehr als 300 haben unterzeichnet. Die Unterschriftenlisten haben wir dem Planungsverband Westmecklenburg überreicht“, sagt Georg Bückle aus Bentin. Er ist Initiator der Unterschriftensammlung gegen die Windvorrangfläche.

In einem Brief an den Vorsitzenden des regionalen Planungsverbandes, Rolf Christiansen, beschreibt er eine bereits vorhandene Belastung und Verlust an Lebensqualität durch den Windpark Badow und die Gefahr für Stöllnitz „von Windkraftanlagen eingekreist zu werden“. Bückle: „Es ist klar, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft nur mit erneuerbaren Energien möglich wird. Aber die Planungen zum Ausbau der Windenergie sind da mit einer viel zu schnellen Nadel gestrickt.“

Während in Deutschland Windkraftanlagen aufgestellt werden, fördere die EU „Atomkraftwerke in Polen und Großbritannien“. Zudem würden Windkraftkonzerne mit ihrem Steueraufkommen keine regionalen Strukturen stützen. Windkraft sei längst etwas für Kapitalanleger, die „nach hohen Renditen aus sind, wo von Energiesparen überhaupt keine Rede mehr ist“, moniert der Mann aus Bentin.

Gesundheitliche Folgen von Infraschall und der Verlust der Mitsprache- und Mitwirkungsrechte sind für Bückle weitere Kritikpunkte in Richtung Planungsverband.

In ihrer Stellungnahme zum geplanten 48 Hektar großen Areal zwischen Stöllnitz, Bentin und Neu Steinbeck sieht die Gemeinde insbesondere Nachteile für Natur-Ressourcen wie Landschaft, Seeadlerhorste, Rastplätze für Kraniche und seltener Vogelarten wie die Rohrdommel. Darüber hinaus wird deutlich ein Mindestabstand zum benachbarten Biosphärenreservat Schaalsee gefordert, der einen „Eingriff in den Naturraum ausschließt“, heißt es in der vom Amt Gadebusch verfassten Stellungnahme. Amtsleiter Andreas Lausen: „Das Amt für das Biosphärenreservat hat uns eine Liste bedrohter Tierarten zugearbeitet. Die Erfassung wurde von Fachleuten durchgeführt.“ So würden Wachtelkönig, Schwarzmilan, Rohrweihe, Pirol, Sumpfohreulen als auch Arten wie Fransenfledermaus und Wasserfledermaus festgestellt. Darüber hinaus engagierten sich Landwirte im Projekt „Kiebitzinsel“ vom Naturschutzbund Deutschland. Eine Ausweisung des Areals als Eignungsgebiet würde die Bemühungen der Naturschützer zunichte machen. Aus Gemeindesicht sind Belastungen von Straßen durch Schwerlastverkehr und eine mögliche „schädliche Auswirkung des Schallpegels auf die Menschen sowie den Werteverlust bei Häusern und Grundstücken“ ebenso nicht hinnehmbar.

Steuereinnahmen schließt die Kommune aus: „Aussicht auf Gewerbesteuer besteht langfristig nicht, da wie im Falle von Gadebusch/Veelböken keine Gewerbesteuern anfallen werden“, heißt es in der Stellungnahme.

Klare Ablehnung erfährt der Suchraum Webelsfelde/Goddin. Lausen: „Ein Landwirt hat im Außenbereich zwei Wohnhäuser errichtet. Dadurch lässt sich der geforderte Mindestabstand zur Wohnbebauung nicht einhalten.“ Das hat zur Folge, dass der Suchraum sich stark eingrenzt und unter die geforderten 35 Hektar fällt. „Dieser Eignungsraum dürfte damit gestorben sein“, sagt Andreas Lausen. Die Vorschriften würden einen Ausbau in dieser Region nicht ermöglichen.



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