Baumrettung : Krembz lässt seine Allee pflegen

André Kögler prüft, wo er die Motorsäge ansetzen kann, denn nur morsche Äste im Straßenbereich werden  in der Allee zwischen Schönwolde und Groß Salitz entfernt. Fotos: volker bohlmann (3)
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André Kögler prüft, wo er die Motorsäge ansetzen kann, denn nur morsche Äste im Straßenbereich werden in der Allee zwischen Schönwolde und Groß Salitz entfernt. Fotos: volker bohlmann (3)

Amt für das Biosphärenreservat stellt 10 000 Euro aus Alleenfonds des Landes bereit

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12. Februar 2014, 00:00 Uhr

Unterschiedliche Strategien, zwei Meinungen – wenn es um die Alleen- und Baumpflege rund um die Gemeinde Krembz geht, dann sind Bürgermeister Werner Guschewski und Mario Axel als Ranger und Forstfachwirtmeister des Biosphärenreservat Schaalsee nicht zwingend einer Meinung. Über Fällungen und Neuanpflanzungen lässt sich vortrefflich diskutieren. Aber ihr gemeinsames Ziel, die Alleenpflege, den Erhalt wertvoller Bäume, verlieren sie dabei nicht aus den Augen.

Eine der schönsten Alleen im Biosphärenreservat Schaalsee, die Verbindungsstraße Schönwolde in Richtung Groß Salitz, ist mit Eichen, Kastanien und Buchen bestückt. Sie erhielt in den zurückliegenden Wochen ihren Pflegeschnitt. „Das bringt uns ein Stück mehr an Sicherheit“, freut sich Werner Guschewski, als er gestern mit Mario Axel den Baumbestand unter die Lupe nimmt. Es ist nach knapp zehn Jahren der erste Pflegschnitt. Rund 10 000 Euro stellte die Biosphärenreservatsverwaltung aus dem Alleenfonds des Landes MV für die fachgerechte Pflege bereit. Den Zuschlag erhielt ein regionales Unternehmen. Die Projektumsetzung ist keine Selbstverständlichkeit, wie Guschewski verdeutlicht. Grundsätzlich ist die Gemeinde Krembz für die Verkehrssicherungspflicht zuständig, hat allerdings kaum finanziellen Spielraum, solch ein anspruchsvolles Paket zu finanzieren. „Wir sind kurzerhand an die Verwaltung des Biosphärenreservates herangetreten und haben um Unterstützung gebeten“, so der Bürgermeister.

Das mit Erfolg: André Kögler und Christian Luck vom beauftragten Unternehmen Bartels aus Lehsen begutachteten in den vergangenen Tagen die Baumriesen aus luftiger Höhe und entfernten Totholz im Straßenbereich. „Zum Abschluss werden die Äste und Zweige bei ausgewählten Bäumen auf der Ackerseite zurückgenommen, damit der Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen problemlos möglich ist“, sagt André Kögler.

Mit einem durchschnittlichen Baumalter von 100 Jahren und einer Eiche von mehr als 200 Jahren gilt die Allee als schützenswert. Ein Status, den selbst teils kranke oder durch Umwelteinflüsse auf dem ersten Blick instabile Bäume genießen. Folglich erhält ein Exemplar einer Eiche eine Baumkronensicherung. „Wir werden mittels Stahlseil die Krone zusammenhalten“, sagt Kögler. Ranger Mario Axel und die Experten der Baumpflegefirma geben dem Baum somit weitere 10 bis 15 Jahre. In nicht gefährdeten Bereichen bleibt das Totholz in den Bäumen. Für Axel eine Maßnahme nicht allein aus ästhetischen Gründen, sondern ein wesentlicher Beitrag für eine intakte Natur. Spechte, Kleiber und weitere Kleinvögel finden hier ihre Nahrung.

Innerhalb des Biosphärenreservates Schaalsee gibt es insgesamt 32 Kilometer Alleen und 64 Kilometer Baumreihen von besonderem Stellenwert. Dazu gehören die Obstbaumallee zwischen Kneese und der B 208 und die Allee zur Stintenburg.

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