Feuerwehrfahrzeuge in Nordwestmecklenburg : Kreiswehrführer fordert mehr Geld

Das Löschfahrzeug Marke Robur der Feuerwehr Lützow hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Es stammt aus dem Baujahr 1983.
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Das Löschfahrzeug Marke Robur der Feuerwehr Lützow hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Es stammt aus dem Baujahr 1983.

Torsten Gromm stuft den Zustand vieler Fahrzeuge der freiwilligen Wehren als bedenklich ein. Ersatz müsste vielerorts beschafft werden

svz.de von
14. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der Kreiswehrführer sammelt noch. „Den Stand der Dinge“, sagt er. Torsten Gromm versucht gerade, sich einen Überblick zu verschaffen, was in den Gerätehäusern der freiwilligen Feuerwehren im Nordwestmecklenburg steht, beziehungsweise noch fährt. „Die Ausstattung ist gut“, sagt Gromm. Rettungssets beispielsweise für Verkehrsunfälle seien vorhanden. „Die Fahrzeuge sind das Problem“. Dragun – Baujahr 1986, Mühlen Eichsen – Baujahr 1982, Kneese – Baujahr 1984, Klein Salitz – Baujahr 1978, Veelböken – Baujahr 1976. Woanders stehen solche Autos im Museum, im Nordwestkreis rücken einige Wehren damit aus, um Menschenleben zu retten.

Fünf Fahrzeuge aus der DDR-Zeit sind noch im Dienst. 15 wurden zwischen 1981 bis 1990 gebaut. Und die Liste von Kreiswehrführer Gromm ist noch nicht vollständig. So manch ein betagter fahrbarer Untersatz könnte noch dazu kommen. Der Kreisfeuerwehrverband hatte die Ämter angeschrieben und nach den Fahrzeugen gefragt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. „Einige sind schon bedenklich und müssten ersetzt werden“, sagt Gromm. Selbst Fahrzeuge von Anfang der 90-er Jahre müssten über kurz oder lang ausgetauscht werden.

Doch es scheitert wie so oft am Geld. Der Landkreis Nordwestmecklenburg stellt mittels Brandschutzsteuer im Jahr 350 000 Euro für die Feuerwehren zur Verfügung. Dieses Geld müssen sich 96 Wehren teilen. Das Innenministerium hat für 2018 2,2 Millionen Euro zur Verfügung – für das ganze Land. Fallen dann so teure Ersatzbeschaffungen wie beispielsweise in Schlagsdorf an (SVZ berichtet), wird’s knapp mit öffentlichen Mitteln und die Kommunen müssen tief in die Tasche greifen.

Neben dem finanziellen Aspekt ist dem Kreiswehrführer noch etwas anderes wichtig. „Neue Fahrzeuge“, sagt Gromm, „heben auch die Moral.“ Er könne sich vorstellen, dass dann der Zulauf zu den freiwilligen Feuerwehren steige. Die alten Fahrzeuge, egal wie gut der Zustand sein mag, seien einfach nicht mehr zeitgemäß. „Wir müssen mehr Geld in die Hand nehmen“, betont der Kreiswehrführer.

Ist der Plan von Torsten Gromm in nächster Zeit vollständig, schickt er ihn an den Landesfeuerwehrchef. Der will damit bei den Landtagsfraktionen um Unterstützung und damit letztendlich auch um mehr Geld für die freiwilligen Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern werben.

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