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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 12:33 Uhr

Gadebusch : Kreisumlage: Freude hier, Frust dort

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Viele Gemeinden profitieren von sinkenden Abgaben, wirtschaftlich starke Kommunen müssen aber bluten

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Stolz verkündete Landrätin Kerstin Weiss am Montag die Nachricht von einer bevorstehenden Senkung der Kreisumlage (SVZ berichtete) für das Jahr 2018. Aktuell müssen die Nordwest-Gemeinden 42 Prozent ihrer Einnahmen an den Landkreis abführen, im nächsten Jahr könnten dies rund zwei Prozentpunkte weniger sein. Gemeinden wie Alt Meteln, Cramonshagen, Königsfeld und Mühlen Eichsen dürfen sich schon jetzt auf sinkende Abgabelasten freuen. Doch wie das im Leben so ist, gibt es hier nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.

„Gerade Gemeinden, denen es wirtschaftlich gut geht, werden mehr zahlen müssen“, sagt Kerstin Weiss. Am schlimmsten wird es dabei Gadebusch treffen. Bei einem angenommenen Kreisumlagesatz von 40 Prozent muss die Münzstadt für das Jahr 2018 rund 7,2 Millionen Euro an den Landkreis überweisen. Das sind 4,9 Millionen Euro mehr als für das laufende Jahr, also mehr als das Dreifache. Ulrich Howest sieht die Ursache im Finanzausgleichsgesetz, hat dies gegenüber Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisiert, allerdings erfolglos. Nach der gesetzlichen Neuregelung werden wirtschaftlich starke Kommunen mehr belastet und schwächere besser gestellt. „Wir müssen aber auch sagen, wenn die Kreisumlage für 2018 noch nach den alten Berechnungsgrundlagen berechnet worden wäre, hätte es uns noch schlimmer getroffen. Insofern ist dies für uns das kleinere Übel, tut aber trotzdem weh“, so der Bürgermeister der Münzstadt.

Ortswechsel: Auch Utecht gehört zu den großen Verlierern der angekündigten Kreisumlage-Senkung. Die Zahllast der 350-Seelen-Gemeinde wird sich von jetzt gut 112 000 Euro auf dann knapp 218 000 Euro beinahe verdoppeln. Bürgermeister Andreas Spiewack: „Das ist die blanke Katastrophe. Wir haben noch keinen Plan, wie wir damit umgehen sollen. Das ist in etwa so, als wenn einem der Vermieter von heute auf morgen eine Verdoppelung der Miete ankündigt.“

Die Mehrzahl der Gemeinden im Landkreis Nordwestmecklenburg indes würde von einer vom Kreistag noch zu bestätigenden Absenkung der Kreisumlage profitieren. Der Grevesmühlener Bürgermeister Lars Prahle sieht sogar noch mehr Absenkungspotenzial: „Wir haben uns im Kreisverband des Städte- und Gemeindetages ausgiebig und intensiv mit dem Thema beschäftigt. Wir sehen das Potenzial für eine Senkung der Kreisumlage auf unter 40 Prozent als durchaus realistisch.“

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