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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

15. Dezember 2017 | 13:22 Uhr

Reform : Kreistag zeigt Land die rote Karte

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kommunalpolitiker fürchten massive Einschnitte bei der Entwicklung von Siedlungsgebieten

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 00:27 Uhr

„Das wirtschaftliche Rückgrat unserer Region würde mit der Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms in der jetzigen Form gebrochen werden.“ Heiner Wilms, der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus im Kreistag von Nordwestmecklenburg, brachte in der Kreistagssitzung in Grevesmühlen auf den Punkt, was die Mehrheit der anwesenden Volksvertreter dachte.

Mehr Landwirtschaft, weniger Industrie in Nordwestmecklenburg – so sieht die bisherige Planung des Landes aus. In einer verabschiedeten Stellungnahme jedoch wehrt sich der Kreistag vehement gegen das Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) in der jetzigen Form (wir berichteten).

Die Hoffnung in Kreisverwaltung und Kreistag: Besagte Stellungnahme möge in die Entscheidungsfindung beim Land noch einfließen. „Die vorliegenden Planungen stehen im Widerspruch zur Praxis“, kritisiert Landrätin Kerstin Weiss. Unter anderem sieht die Landesplanung eine stärkere Ausweisung landwirtschaftlicher Flächen im touristisch geprägten Ostseeraum vor.

Mathias Diederich, der Leiter Stabsstelle Wirtschaft- und Regionalentwicklung in NWM, betont: „In diesen Vorranggebieten sind andere Planungen kaum möglich.“ Laut Entwurf befinden sich 90 Prozent der Vorranggebiete für Landwirtschaft des Landes MV im Nordwesten. Das führt nach Ansicht der Verwaltung und des Kreistags zu massiven Einschnitten bei der Entwicklung von Siedlungsgebieten in den Kommunen – insbesondere Boltenhagen, Wohlenberger Wiek und Insel Poel. Eine ausschließliche Ausweisung von Vorranggebieten Landwirtschaft würde nach Aussage von Mathias Diederich „... die Weiterentwicklung im industriellen Herzen von Mecklenburg-Vorpommern erheblich einschränken“. Als mögliche Alternative nannte der Jurist die Ausweisung von so genannten Vorbehaltungsgebieten. „Dann könnten in den entsprechenden Gebieten auch andere Nutzungen berücksichtigt werden.“

Mit nur zwei Gegenstimmen verabschiedete der Kreistag mit großer Mehrheit die Stellungnahme. Dietmar Hocke, Landwirt und Vorsitzender der Fraktion Ländlicher Raum, Umwelt und Landwirtschaft: „Wir gehen bei dieser kategorischen Ablehnung nicht mit. Ernährungssicherheit und Rohstoffversorgung sind wichtige Themen. Und da muss der Boden einen hohen Schutzgrad erhalten.“


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