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Schulentwicklungsplan : Kreistag will 57 Schulen erhalten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nur das Aus der Grundschule am Standort Damshagen soll morgen offiziell besiegelt werden

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 23:00 Uhr

Gute Nachricht für mehr als 13 000 Schüler, deren Eltern und Lehrer: In Nordwestmecklenburg wird es bis 2020 voraussichtlich keine Schulschließungen geben – bis auf eine Ausnahme. Das kündigte Landrätin Kerstin Weiss (SPD) im Vorfeld der morgigen Kreistagssitzung an, in der die Schulentwicklungsplanung für 2020 beschlossen werden soll.

Nach Weiss’ Angaben soll „nur“ die Grundschule Damshagen aufgegeben werden. Diese sei bereits zu einer Schule ohne Schüler geworden, da die Kinder nach einem Schimmelbefall im Gebäude mittlerweile unter anderem in Boltenhagen unterrichtet werden.

Gesichert dürften bis 2020 hingegen die Grundschulen in Carlow, Roggendorf, Lübow, Dreveskirchen, Bobitz und Kalkhorst sein. Sie sollen vorsorglich erneut den Status der Kleinen Grundschule auf dem Lande erhalten.

Mit Hilfe von Ausnahmeregelungen sollen zudem diese fünf Regionalschulen weiterhin im Schulnetz verankert bleiben: Lübstorf, Mühlen Eichsen, Schlagsdorf, Proseken und Bad Kleinen. „Wir hoffen, dass das Bildungsministerium dem auch so stattgeben wird“, sagt Landrätin Kerstin Weiss.

Die Schulentwicklungsplanung war in der Vergangenheit ein „heißes Eisen“ für Kreistagspolitiker und Verwaltungsmitarbeiter. Denn sie hatten damals Schulstandorte aufgeben müssen. Man habe sich damals, so Weiss, in einer Sandwich-Position befunden, sollte dabei Vorgaben des Landes umsetzen und musste Proteststürme über sich ergehen lassen. „Ich bin froh, dass wir die Zeiten von 2006 hinter uns lassen konnten und wir ein Schulnetz hinbekommen haben, dass sich trägt“, sagt Weiss.

Der Kreistag will morgen in der Malzfabrik Grevesmühlen (Beginn 17 Uhr) die Schulentwicklungsplanung bis 2020 auf den Weg bringen. In einem weiteren Schritt soll im April auch die Schuleinzugsbereichs-Satzung beschlossen werden. Da geht es darum, ob es bei der bisherigen Struktur bleibt. Der Wunsch der Gemeinden Brüsewitz und Cramonshagen, ab Klasse 5 künftig Lützow und nicht länger Lübstorf zugeordnet zu werden, wird im Kreis abgelehnt. Dort werden Gefahren für Lübstorf gesehen. Die Brüsewitzer und Cramonshagener weisen jedoch darauf hin, dass die meisten Eltern von der freien Schulwahl Gebrauch machen und ihre Kinder nach Lützow schicken. Die Gemeinden wollen, dass das Papier der Realität angepasst wird – damit der Kreis auch die Kosten für die Schülerbeförderung übernimmt, die derzeit die beiden Gemeinden zahlen.

Stirnrunzeln dürfte es auch in Dechow geben. Denn die Gemeinde hatte vergeblich Anträge eingereicht, wonach Elternwünsche berücksichtigt werden sollten. Dort wird angestrebt, dass Eltern ihre Grundschüler auch nach Gadebusch und nicht nur nach Roggendorf schicken dürfen. Dieser Vorstoß muss nach Auffassung des Kreises ebenfalls abgelehnt werden – zur Sicherung der Grundschule Roggendorf.

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Rico Greger (CDU), betont: „Wir haben versucht, Elternwünsche zu berücksichtigen. Klar ist aber auch, dass wir nicht alle umsetzen können, da andernfalls andere Schulstandorte gefährdet werden. Und das kann nicht Sinn und Zweck sein, wenn möglichst viele Schule im Landkreis erhalten bleiben sollen.“ 

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