Nordwestmecklenburg : Kreisstraßen in traurigem Zustand

Ein großer Flickenteppich: Die Kreisstraße zwischen Neuendorf und Pokrent soll 2018 eine neue Fahrbahndecke bekommen.
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Ein großer Flickenteppich: Die Kreisstraße zwischen Neuendorf und Pokrent soll 2018 eine neue Fahrbahndecke bekommen.

Knapp ein Drittel des 381 Kilometer umfassenden Streckennetzes in Kreishand müsste dringend erneuert werden

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20. Januar 2018, 05:00 Uhr

Loch an Loch und hält doch: Hunderte schwarze Flecken auf dem grauen Asphalt sind deutliche Zeichen dafür, wie es um den Zustand der Fahrbahndecke zwischen Neuendorf und Pokrent bestellt ist. Miserabel! Deshalb steht die gut drei Kilometer lange Kreisstraße in diesem Jahr zur Erneuerung der Fahrbahndecke an. Drei von 381 Kilometern Kreisstraße, die sich insgesamt durch den Nordwesten ziehen. Den Zustand von knapp einem Drittel davon bewertet der Landkreis mit der Schulnote vier oder sogar fünf. Landrätin Kerstin Weiss: „Wir müssen diese tickenden Zeitbomben entschärfen.“

Damit das geschieht, fasst der Landkreis eine Menge Geld an. 4,9 Millionen Euro Eigenmittel waren es im vergangenen Jahr, anno 2018 sollen es sogar 5,4 Millionen Euro sein. Dazu kommen 1,9 Millionen Euro für Unterhaltungsmaßnahmen. Nachdem in den Vorjahren viel in die Erhaltung und Sanierung von Schulen sowie Hochbaumaßnahmen investiert wurde, nimmt sich der Kreis nun also verstärkt der Straßen zwischen Dassow, Lützow und Poel an. „Wir haben erkannt, wie wichtig eine gut ausgebaute Infrastruktur für Nordwestmecklenburg ist und wir mehr Geld dafür zur Verfügung stellen müssen“, sagt Kerstin Weiss. Natürlich spiele die aktuell gute Finanzsituation des Landkreises dem in die Hände.

Mehr als Winterruhe: Die Kreisstraße bei Cramon ist seit Jahren gesperrt.
Werner Mett/Archiv
Mehr als Winterruhe: Die Kreisstraße bei Cramon ist seit Jahren gesperrt.
 

Die finanzielle ist dabei aber nur die eine Seite der Medaille. Umsetzen muss das Ganze auch noch jemand. „Das zu organisieren, ist eine anstrengende Aufgabe. Planungsbüros und Bauunternehmen sind knapp“, sagt Burghard Bohm. Der Leiter des Fachdienstes Bau und Gebäudemanagement beim Landkreis weiß um den Zustand der Straßen, aber auch der Brückenbauwerke im Kreis. Eine der schlimmsten ist die seit Jahren gesperrte Brücke in Cramon. Eine intakte Brücke wäre die kürzeste Verbindung, um von Schönfeld, Schönfeld-Mühle und Cramon nach Dalberg zu gelangen. Die Erneuerung sei für 2018 nunmehr wenigstens in der Planung.

Fazit Kerstin Weiss: „Die Erneuerung der Kreisstraßen wird uns noch etliche Jahre beschäftigen. Ich hoffe, dass wir in unserem Arbeitsleben noch erleben, hier einen erheblichen Schritt weiterzukommen.“

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