Wismar : Kreissitz wird wohl früher bezugsfertig

Dieser Anbau, die ehemalige Bildstelle des Katasteramtes, wird abgerissen.
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Dieser Anbau, die ehemalige Bildstelle des Katasteramtes, wird abgerissen.

Von Grevesmühlen nach Wismar: Bereits Anfang Dezember soll Landrätin Birgit Hesse in ihren neuen Kreissitz in der ehemaligen Villa Ladiges, dem jetzigen Katasteramt ziehen.

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28. September 2012, 10:38 Uhr

Wismar | Einen Monat früher als geplant kann Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse wohl ihren Amtssitz von Grevesmühlen nach Wismar verlegen. Die Bauarbeiten im jetzigen Kataster- und Vermessungsamt des Landkreises in der Rostocker Straße seien soweit vorangeschritten, dass, so Burghard Bohm, Fachdienstleiter Bau und Liegenschaften des Landkreises, der Umzug von Ende Dezember auf Ende November vorverlegt werden könnte. Die Landrätin freut’s, denn bei einer Baustellenbesichtigung machte sie gestern keinen Hehl daraus, dass sie sich auf ihr neues Büro in der ehemaligen Villa Ladiges freut.

Die dicke Farbschicht, die Holger Schüßler gerade von der betagten Tür abgeschliffen hat, hängt wie Nebel in der Luft. "Vier, fünf Mal ist die Tür wohl im Laufe der Jahrzehnte überstrichen worden", sagt der Tischler, bevor er um das Türschloss herum eine Spachtelmasse aufträgt. Rund 30 Türen wird er bearbeitet haben, wenn die Baumaßnahmen im Erd- und Obergeschoss des künftigen Sitzes der Landrätin, des Kreistagspräsidenten und des Führungsstabs des Landkreises in gut zwei Monaten abgeschlossen sein sollen. Im Erdgeschoss sind viele Arbeiten schon beendet. "Arbeiten, die in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz gemacht werden mussten", betont Burghard Bohm. Stuckdecken, Parkettboden, Farbanstrich nach Originalvorbild - der Charme der Villa, die bis 1927 privat genutzt wurde, ist nun in vielen Räumen wieder zu erkennen.

Mitarbeiter des Kataster- und Vermessungsamtes laufen über die restaurierten Böden und machen das, was sie auch während der Umbaumaßnahmen in den vergangenen Monaten gemacht haben: sie arbeiten in dem Gebäude weiter. "Sie mussten aber alle zusammenrücken", weiß Bohm. Baulärm während des laufenden Betriebs, Operation am offenen Herzen - aber das Ende des ersten Bauabschnitts ist in Sicht.

Auf über 910 Quadratmetern wurden auf Erd- und Obergeschoss Elektroleitungen und Datenleitungen komplett erneuert, Bodenbeläge aufgearbeitet oder neu gemacht. 800 000 Euro wurden für den ersten Sanierungsabschnitt in die Haushaltsplanung 2012 des Kreises eingestellt. Auch Brandschutztüren oder Rauchmelder sowie die Überarbeitung der Heizungsanlage, die von Öl auf Gas umgestellt wurde, ist dabei eingerechnet. "Und diese Arbeiten waren - auch ohne den Umbau eines Teilbereiches für Verwaltungsräume der Landrätin und der dazugehörigen Mitarbeiter - fällig und dringend nötig", sagt Fachdienstleiter Bohm.

Beratungsraum 14 - so steht es noch auf einer kleinen Tafel, die neben einer Tür eines lang gezogenen Zimmers auf Augenhöhe hängt. Bald wird auf diesem Schild im ersten Stock "Landrätin Birgit Hesse" stehen. Noch hängen Kabel von der Decke herunter, fehlen Teppich, Anstrich und Interieur. "Ich finde es beeindruckend, wie ein Denkmal zu neuem Leben erweckt wird", sagt die Landrätin und lässt sich von Architekt Sebastian Hempel die durchgeführten und noch geplanten Arbeiten erklären.

Die weiteren Planungen für das gesamte Projekt sehen wie folgt aus: Mit dem anschließenden Umbau des Dachgeschosses und des Kutscherhauses sollen für insgesamt 85 Mitarbeiter Arbeitsplätze vorhanden sein. Ein kleiner Anbau, die ehemalige Bildstelle, wird abgerissen, ein neuer Anbau, in dem weitere 100 Mitarbeiter Platz finden sollen, soll bis 2016 fertig gestellt werden. Im kommenden Jahr sind 1,2 Millionen Euro für die Bauarbeiten veranschlagt, und somit wäre die vom Land ausgereichte Anschubfinanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro verbraucht. Sechs Millionen Euro - diese Summe steht für den geplanten Anbau im Raum.

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