zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 03:05 Uhr

Kreispolitiker drücken aufs Tempo

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sondersitzung des Kreistages am 29. Januar zum Thema Nahverkehr / Angebot für Busfahrgäste soll deutlich verbessert werden

von
erstellt am 16.Jan.2015 | 00:17 Uhr

Auf Rot statt auf Grün stehen im Landkreis Nordwestmecklenburg weiterhin die Ampeln für einen verbesserten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Immer mehr Kreistagsmitglieder wollen diesen Zustand nicht länger hinnehmen und erhöhen den politischen Druck auf die Kreisverwaltung. Die SPD-Fraktion im Kreistag forderte bereits eine Sondersitzung des Kreistages und stellte einen entsprechenden Antrag. Somit kommen die Kreistagsmitglieder noch Ende dieses Monats zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen (29. Januar).

„Wir müssen mit dem Thema endlich fertig werden, damit wir den regionalen Nahverkehrsplan umsetzen können. Es hat schon jetzt viel zu lange gedauert“, sagt der SPD-Fraktionschef Wolfgang Glaner gegenüber der SVZ. Auch Prof. Dr. Erhard Huzel von der CDU-Kreistagsfraktion drückt aufs Tempo. „Einen weiteren Zeitverzug können wir uns nicht leisten. Ansonsten haben wir auch 2016 einen sogenannten ÖPNV, der den Namen nicht verdient“, sagt Huzel. Seit Jahren ist der ÖPNV in Nordwestmecklenburg de facto ein Anhängsel des Schülerbusverkehrs.

Von dem neuen Nahverkehrsplan erhoffen sich Kreistagsmitglieder eine deutliche Attraktivitätssteigerung, ein verbessertes Streckennetz und damit auch mehr Busfahrgäste. Kalkuliert ist eine Steigerung der Fahrgastzahl im Regionalverkehr von mindestens 140 Prozent. Die Erlöse pro Jahr sollen von derzeit insgesamt 2,98 Millionen Euro auf bis zu 5,16 Millionen Euro gesteigert werden.

Derzeit gibt es im Landkreis ein Teilstreckentarif mit 15 Preisstufen. Wer eine Einzelfahrt bucht, muss mit Kosten von 1,30 bis 8,20 Euro rechnen. Der Preis für eine Monatskarte variiert zwischen 42 und 176 Euro.

Künftig soll eine Monatskarte voraussichtlich maximal 100 Euro kosten. Der Preis für Einzelfahrten könnte sich zwischen zwei und sieben Euro im Regionalverkehr bewegen. Angeboten werden sollen auch Netzkarten mit flexibler Gültigkeitsdauer.

Vom neuen Nahverkehrsplan erhofft sich der Vorsitzende des Kreis-Wirtschaftsausschusses, Heiner Wilms (SPD), enorme Vorteile für die Bürger. Ein deutlich verbesserter ÖPNV könne eine echte Alternative zum Pkw-Verkehr werden. „Marketing und Öffentlichkeitsarbeit werden dabei eine große Rolle spielen“, sagt Wilms.

Angesichts von kalkulierten Erlösen in Millionenhöhe ist der kreiseigene Busbetrieb nicht der einzige Kandidat, der sich um die Durchführung des ÖPNV in Nordwestmecklenburg beworben hat. Auch ein privates Wismarer Busunternehmen will in das Geschäft einsteigen und den ÖPNV in Eigenregie betreiben. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen