Grevesmuehlen : Kreisarchiv öffnet Magazin

Die Auszubildende Resi Achterberg (3.v.l.) zeigte Archivbesuchern eine kleine Ausstellung zum Thema „Mobilität im Wandel“. Die Archivalien dazu hatten Achterberg, eine Umschülerin und eine Rehnaer Schülerpraktikantin zusammen gestellt.  Fotos: Michael Schmidt (3)
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Die Auszubildende Resi Achterberg (3.v.l.) zeigte Archivbesuchern eine kleine Ausstellung zum Thema „Mobilität im Wandel“. Die Archivalien dazu hatten Achterberg, eine Umschülerin und eine Rehnaer Schülerpraktikantin zusammen gestellt. Fotos: Michael Schmidt (3)

Im Keller der Grevesmühlener Malzfabrik lagern hinter Brandschutztüren tausende Akten und wertvolle Dokumente

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07. März 2016, 05:03 Uhr

Eintauchen in die Geschichte Nordwestmecklenburgs konnten Bürger am Tag der Archive. Daran beteiligte sich neben dem Filmbüro in Wismar auch das Kreisarchiv, das in dem Industriedenkmal Malzfabrik untergebracht ist und dessen Magazinräume durch feuerfeste Metalltüren gesichert sind. Hinein dürfen dort normalerweise nur wenige Menschen. Zu wertvoll, zu umfangreich ist all das, was dort zu finden ist: Akten, Karten, Urkunden, Geldscheine, Protokolle und vieles mehr.

Das älteste Dokument, was sich derzeit im Kreisarchiv befindet, ist ein so genannter Verpflichtungsschein aus dem Jahre 1717 an den Besitzer des Gutes Groß Walmstorf. Er regelte bzw. ermöglichte damals die Heirat zweier Untertanen.

Um derart alte Dokumente erhalten zu können, herrscht in dem Archiv eine konstante Temperatur von 16 bis 17 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. „Wir haben also gute Bedingungen und einen sehr guten Standard, was zum Beispiel die Klimatisierung betrifft“, sagt Klaus Ramisch vom Team des Kreisarchivs. Zu diesem Team gehört auch Ute Kluge aus Gadebusch. Wenn sie über ihre Arbeit spricht, gerät sie nahezu ins Schwärmen. „Papier lebt und ist alles andere als langweilig“, sagt Ute Kluge. Nach ihren Angaben lagern in der Malzfabrik rund 800 laufende Meter Archivgut ab der Kreisgebietsreform 1952. Hinzu kommen in einem Zwischenarchiv 2600 Meter laufende Akten aus der Verwaltung des Landkreises.

Dankbar sind die Archivmitarbeiter für weitere historische Unterlagen. Wer also bei Sanierungen oder auf Dachböden und in Scheunen historisches Material findet, sollte dieses keinesfalls achtlos in die Tonne werfen, sondern sich mit dem Kreisarchiv in Verbindung setzen. Die Fachleute können das Material sichten und gegebenenfalls für die Zukunft bewahren.

Genau das hat das Kreisarchiv in einem Gadebuscher Fall getan. Nachdem in einer Schule alte Filme entdeckt wurden, ließ es diese in Berlin aufarbeiten und auf andere Datenträger kopieren. Dadurch ist es auch heute noch möglich zu sehen, wie einst die unter Denkmalschutz stehende Aula auf dem Gadebuscher Schlossberg Stein für Stein erbaut wurde.

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