Nordwestmecklenburg : Kreis will Firma von schwerer Zinslast befreien

Nach den finanziellen Schwierigkeiten der Wirtfschaftsförderungsgesellschaft mbH (WFG) scheint sich die Situation langsam zu entspannen.

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05. Juni 2012, 09:27 Uhr

Wismar | Nach den finanziellen Schwierigkeiten der kreiseigenen Wirtfschaftsförderungsgesellschaft mbH (WFG) scheint sich die Situation langsam zu entspannen. So will der Landkreis Nordwestmecklenburg Gelder bereit stellen, um eine langfristige Verbindlichkeit gegenüber der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest abzulösen. Dadurch will der Landkreis Nordwestmecklenburg zwei Dinge erreichen: Zinsen einsparen und Grund stücke in Gewerbegebieten aus der Pfandhaft holen.

Konkret geht es um 750 000 Euro, die der Landkreis in die Kapitalrücklage der Wirtschaftsförderungsgesellschaft einzahlen will. Dieses Geld soll dann zweckgebunden für die Rückzahlung langfristiger Verbindlichkeiten gegenüber der Sparkasse verwendet werden. "Was wir damit machen, ist nichts anderes, als quasi der WFG die Zinsen zu ersparen, die sie für den Kredit bei der Sparkasse weiterhin zahlen müssten. Wir nehmen also die Last von der Gesellschaft", verdeutlicht Landrätin Birgit Hesse. Langfristiges Ziel ist, dass das Geld für die WFG wieder durch Grundstücksverkäufe hineinkommt.

Die Zinsentlastung ist aus Sicht Hesse der letzte Baustein dafür, damit die finanziellen Schwierigkeiten der WFG beseitigt werden. "Wir haben dann eine Gesellschaft, die es uns immer noch ermöglicht, sie bei neuen Situationen, wieder aufleben zu lassen. Wir haben also noch Handlungsoptionen für spätere Zeiten", so Hesse. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Heiner Wilms, spricht von einem "Stand-by-Betrieb" der WFG.

Im vergangenen Jahr hatte die WFG einen Verlust von 70 000 Euro ausgewiesen. Allein die Zinsaufwendungen betrugen 83 000 Euro. Das Eigenkapital belief sich derweil auf minus 212 000 Euro. Laut Satzung hätte das Eigenkapital 598 000 Euro betragen sollen.

Trotz dieser wirtschaftlichen Eckdaten soll die kreiseigene Förderung in Zukunft wieder schwarze Zahlen schreiben. Gewinne sind bis 2015 eingeplant - ohne Druck und ohne Damoklesschwert, wie Dr. Siegfried Friedrich von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Rölfs Partner in Ausschusssitzung sagte. Sollten sich die Planungsannahmen realisieren lassen, wird 2015 mit einem Eigenkapital der WFG von etwa 1,2 Millionen Euro gerechnet. Denn vorhandene Grundstücke sollen mit geringen Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen verwertet werden.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hatte seit Jahren keine positiven Betriebsergebnisse mehr erzielt. Stattdessen kämpfte die kreiseigene GmbH mit einer bilanziellen Überschuldung, drohender Zahlungsunfähigkeit sowie mit Zinsaufwendungen in Höhe von insgesamt 261 000 Euro zwischen den Jahren 2009 bis 2011.

Die Gesellschafter verhinderten das Aus der WFG durch Verlustübernahmen und Kreditgewährungen. Jetzt hofft der Landkreis Nordwestmecklenburg, die WFG durch ein Fortführungskonzept mit positiver Prognose in ein sicheres Fahrwasser steuern zu können. Grünes Licht für die Zinsentlastung der WFG soll der Kreistag noch in diesem Monat geben.

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