Gadebusch : Kreis sucht dringend Schöffen

Justitia sucht noch dringend Schöffen.
Justitia sucht noch dringend Schöffen.

Bewerbungsfrist läuft Ende März aus

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01. März 2018, 20:45 Uhr

„Bitte erheben Sie sich“, schallt es durch den Saal, wenn der Richter und seine Schöffen nach der Beratung zur Urteilsverkündung den Raum betreten. Gleich werden sie über Recht und Unrecht entscheiden, über das Schicksal eines ihrer Mitmenschen.

Um aber Recht zu sprechen und im Sinne der Bevölkerung zu entscheiden, bedarf es der Hilfe von Schöffen. Die ehrenamtlichen Richter rekrutieren sich aus allen Berufsschichten und sitzen dem hauptamtlichen Richter zur Seite. In Nordwestmecklenburg werden aktuell Jugendschöffen gesucht – denn noch herrscht Notstand. „Bisher haben sich noch immer nicht genügend Freiwillige gemeldet“, sagt Judith Keller, selbst Jugendschöffin. Dabei werden pro Geschlecht 102 Bewerber für das Amtsgericht Wismar benötigt. Hinzu kommen jeweils 17 Bewerber für das Landgericht in Schwerin. „Wir brauchen also noch dringend Hilfe.“

Das bestätigt das Justizministerum. „Für das Amtsgericht Wismar haben wir aktuell 61 Bewerbungen vorliegen, für das Landgericht nur sechs“, sagt Tilo Stolpe, Sprecher des Justizministeriums Schwerin. Damit seien nur 67 Bewerbungen eingegangen, wo aber 218 nötig werden.

Die Dringlichkeit der Situation wird zum Beispiel beim Amt Rehna deutlich. Aus einer Vorschlagsliste sollten 18 Hauptschöffen und zwölf Hilfsschöffen – also die Ersatzschöffen, falls die ausgelosten Hauptschöffen verhindert werden – für die Strafkammer des Amtsgerichts Wismar bestellt werden. Hinzu kommen 14 Hauptschöffen für die Strafkammer des Landgerichts Schwerin. Bis dato liegen dem Amt Rehna insgesamt jedoch lediglich fünf Bewerbungen vor.

„Die Schöffen verkörpern den Namen des Volkes“, betont Tilo Stolpe. Darum haben Schöffen auch dasselbe Stimmrecht wie der hauptamtliche Richter. Bei den Jugendschöffen spielt zudem die Erfahrung eine große Rolle. „Die Lebensweisheit der Schöffen in Jugendstrafverfahren soll den erzieherischen Ansatz der Straffindung bereichern“, so der Sprecher.

Wenn sich bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist nicht genug freiwillige Schöffen innerhalb eines Amtes angefunden haben, werden sie aus dem jeweiligen Einwohnerregister bestimmt. Denn ohne Schöffen können die Gerichte in Amt und Land nicht ordnungsgemäß arbeiten. Freiwillige Ehrenamtler aber bleiben bei den Wahlen immer die bessere Alternative.

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