Ärger in Veelböken : Kreis setzt Strandkorb in den Sand

Dieses Foto von seinem Strandkorb bleibt Wolfgang Woitag als Erinnerungsstück.
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Dieses Foto von seinem Strandkorb bleibt Wolfgang Woitag als Erinnerungsstück.

Das geliehene Werbeobjekt von Wolfgang Woitag wurde erst beschädigt und dann entsorgt

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21. September 2017, 20:45 Uhr

Ein Strandkorb als Werbeobjekt ist mitunter eine gute Sache. Regierungschefs saßen einst beim G8-Gipfel in Heiligendamm darin und das Bild ging um die Welt. Auch der Landkreis Nordwestmecklenburg kam schließlich auf die pfiffige Idee einen Strandkorb für Werbezwecke nutzen zu wollen. Er lieh sich diesen damals vom Tourismusexpeten Wolfgang Woitag aus Veelböken aus. Zurück erhalten sollte er ihn dann, wenn der Landkreis sich einen eigenen Strandkorb für Werbezwecke kaufte.

Wolfgang Woitag stimmte zu, da es damals eine gute Zusammenarbeit im Tourismusbereich mit dem Landkreis gegeben habe. Doch nun ist das Tischtuch zerschnitten. Denn Woitag wartet seit Jahren vergeblich auf die Rückkehr seines Familieneigentums.

Mehrfach hat er sich an den Landkreis gewandt. Dabei erfuhr er zunächst, dass sein Strandkorb bei einem Transport beschädigt worden sei. Seiner Bitte, ihn dennoch zurückzugeben, wollte der Landkreis entsprechen. Und nun das: Den Strandkorb gibt es nicht mehr. Das steht Schwarz auf Weiß in einem Schreiben von Dr. Roland Finke von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Raumentwicklung und Planen. Darin erklärt Finke, dass der Strandkorb nicht mehr repariert werden konnte. Eine Kreismitarbeiterin habe den Strandkorb daher entsorgen lassen – nach Absprache mit Wolfgang Woitag. „Das war wohl 2012/2013“, schreibt Finke.

Als der Veelbökener das liest, glaubt er zu träumen. „Denn diese Aussage ist einfach falsch“, sagt Woitag. Er verfasste daraufhin eine Dienstaufsichtsbeschwerde, adressiert an Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss. Inzwischen liegt die Antwort aus dem Landratsamt vor, das ein persönliches Fehlverhalten von Mitarbeitern für unbegründet hält.

Stattdessen schlägt der Landkreis dem Veelbökener vor, eine Rechnung zu stellen, damit der Wert des Strandkorbes zum Zeitpunkt des Ausleihens ersetzt werden könne. Dies sei eine vertretbare Lösung.

Für Wolfgang Woitag kommt das nicht in die Tüte. Für ihn steht fest: „Ich werde mich ehrenamtlich für den Landkreis Nordwestmecklenburg im Tourismusbereich nicht mehr engagieren. Erst setzt der Landkreis meinen Strandkorb in den Sand, jetzt soll ich um eine Entschädigung auch noch betteln?“ Statt im Strandkorb sitzt er inzwischen lieber auf einer urigen Holzbank.

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