Kreis nimmt Rehnaer Akten unter die Lupe

von
19. Februar 2010, 07:16 Uhr

Die Ermittlungen im Fall der Dienstwagenaffäre des Leitenden Verwaltungsbeamten von Rehna, Dirk
Gros, stehen vor dem Abschluss. Nach SVZ vorliegenden Informationen will sich der Amtsausschuss am Donnerstag kommender Woche mit der Entlassung des Spitzenbeamten aus dem Beamtenverhältnis
befassen.Gros selbst soll seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis sowie aus der Position des Chefs der Verwaltung vorgeschlagen haben. Hans-Martin Buschhart, amtierender Leitender Verwaltungsbeamter, bestätigte auf Anfrage der SVZ die Vorlage solch eines Schreibens: „Ob dem stattgegebenwird, entscheidet derAmtsausschuss.“ Die Zustimmung des Gremiums gilt als sicher. Denn das Tischtuch zwischen den beurlaubten Chef, den Bürgermeistern und den Bediensteten des Amtes gilt als zerschnitten. Zumal Verwaltung und Gemeinden kein Interesse an einem langwierigen Enthebungsverfahren aus dem Beamtenverhältnis bekunden.

Möglichen Vorwürfen, mit der Beendigung des Disziplinarverfahrens die Dienstwagenaffäre nicht lückenlos aufzuklären, stellt sich Buschhart entgegen: „Die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens
liegen vor. Die Höhe des finanziellen Schadens lässt sich beziffern.“ Genaue Zahlen wollte Buschhart
gesternnicht bekannt geben. Dies obliege dem gewählten Amtsvorsteher. Nach SVZ Informationen will der Amtsausschuss unter Leitung von Andreas Spiewack nach der Ausschusssitzung zeitnah die Ergebnisse der Ermittlungen bekannt geben. Dabei dürften nach Auffassung zahlreicher Bürger
Fragen zur Mitwisserschaft früherer stellvertretender Amtsvorsteher bzw. der Kämmerei zu beantworten sein. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Leitende Verwaltungsbeamte seinen
Dienstwagen über Jahre für Privatfahrten im Bundesgebiet genutzt. Darüber hinaus soll er mit einer Zahlkarte desAmtes Steuergelder zumBegleichen von Rechnungen bei der Betankung verschiedener
Privatfahrzeuge eingesetzt haben (wir berichteten).Der finanzielle Schadenwird aufmehrere tausend Euro geschätzt.

Das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Seit Anfang Februar unterliegt das Amt Rehna einer Tiefenprüfung durch den Landkreis Nordwestmecklenburg. ZweiMitarbeiter des Kreises sichten sämtliche Akten und prüfen Modalitäten zu Abrechnungsvorgängen. Klärungsbedarf besteht hinsichtlich
der Arbeitsweise der Verwaltungsführung mit negativen Auswirkungen auf andere Bereiche. Die in 2009 neu gewählte Amtsführung möchte somit reinen Tisch machen – die Glaubwürdigkeit wieder herstellen,
gibt Buschhart zu verstehen. Er rechnet zwischen Mitte und Ende März mit aussagekräftigen Ergebnissen. Die Nachfolge des beurlaubten Leitenden Verwaltungsbeamten ist noch
ungeklärt. Der Amtsausschuss entscheidet am kommenden Donnerstag über eine interne oder externe Ausschreibung zur Besetzung des Chefpostens.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen