Millionen-Investition kommt : Kreis: Baustopp ist vom Tisch

Der Entwurf  für den Kreissitz Wismar
Der Entwurf für den Kreissitz Wismar

CDU und SPD lehnen Antrag von Fraktion Landwirtschaft und Umwelt sowie Linkspartei ab

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08. November 2014, 00:06 Uhr

Die Bauplanungen gehen weiter: Der Kreistag von Nordwestmecklenburg hat sich nach emotional geführter Debatte erneut für einen neuen Verwaltungsbau am Standort Wismar ausgesprochen. Konkret drehen sich die Planungen um den Gebäude-Anbau am Standort Rostocker Straße. Dort befindet sich seit der Kreisreform 2011 der neue Hauptsitz der Kreisverwaltung (wir berichteten). Der von der Fraktion Umwelt und Ländlicher Raum (LUL) geforderte sofortige Baustopp wurde von CDU und SPD abgelehnt.

Die LUL befürchtet, dass die veranschlagten 8,5 Millionen Euro zur vollständigen Finanzierung nicht ausreichen und die Kommunen im Landkreis die Zeche zahlen müssten. Ihr Forderung: Klare Zusagen über Fördermöglichkeiten und Höhe, ein Gutachten zur Personalstruktur der Verwaltung, Angebote zum Kauf bzw. Anmietung freier Immobilien in Wismar. Nach Einschätzung von LUL-Fraktionschef Dietmar Hocke liegen die Kosten für einen Büroplatz nicht bei den anfangs veranschlagten 50 bis 70 000 Euro, sondern bereits bei 90 000 Euro.

Eine klare Absage erhielt ebenso die Linkspartei, die den Antrag der LUL, um die Forderungen nach einer intensiven Standortsuche für einen Neubau erweitern wollte.

Die Angst vor dem Zeitverlust und der Hinweis auf den bereits 2012 gefassten Beschluss zum Verwaltungsbau sorgte letztlich für ein klares Bekenntnis von SPD und CDU zum Projekt. Landrätin Kerstin Weiss betonte in der Debatte, dass es keine Kreisumlagenerhöhung in Zusammenhang mit dem Verwaltungsbau geben werde. Sie verwies auf die laufenden Gespräche über Förderungsmöglichkeiten mit dem Land und spricht von guten Chancen. Voraussetzung dafür bleibt ein klares Votum des Kreistages. Weiss: „Wir müssen klar definieren, was wir wollen.“ Nur so lassen sich Fördermittel akquirieren. Über die Höhe einer finanziellen Zuwendung durch das Land MV ist bislang nichts bekannt.

Die Verwaltung verweist auf die Notwendigkeit des Gebäude-Anbaus. Von den insgesamt 786 Mitarbeitern (inklusive Schulsekretärinnen und Jobcenter) arbeiten 516 Frauen und Männer in der Kernverwaltung an den Standorten Malzfabrik Grevesmühlen (300) und in den teils angemieteten Büroräumen in Wismar (185). Weitere 20 Beschäftigte sind in der Grevesmühlener Kfz-Zulassungsstelle tätig. Für die Verwaltung ergibt sich der Platzbedarf unter anderem auch durch die Übernahme von 150 Beschäftigten der Hansestadt Wismar mit Umsetzung der Kreisreform in 2011.

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