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Rehna stellte Hühner und Tauben aus : Krähen, gurren und posieren

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Die Hähne krähen aus Leibeskräften, die Tauben gurren unermüdlich vor sich hin - im "Lindenhof" in Rehna gaben am Wochenende die Tiere des Rassegeflügelzuchtvereins Rehna von 1908 den Ton an.

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erstellt am 23.Jan.2012 | 10:27 Uhr

Rehna | Die Hähne krähen aus Leibeskräften, die Tauben gurren unermüdlich vor sich hin - im "Lindenhof" in Rehna gaben am Wochenende die Tiere des Rassegeflügelzuchtvereins Rehna von 1908 den Ton an.

"So, hier ist es etwas ruhiger", sagt Jürgen Mallek und zieht eine der Schiebetüren hinter sich zu, die den Ausstellungsraum voller Käfige und den Saal der ehemaligen Gaststätte voneinander trennen. Gleich neben einer langen Tischreihe steht ein Bett aufgebaut. Nein, sagt der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Mallek, er habe nicht dort geschlafen, aber ein Vereinsmitglied habe hier in der Nacht von Samstag auf Sonntag Wache geschoben, damit den 350 Tieren nebenan nichts passiert. Der Vereinschef hat einen kleinen Stapel Blätter vor sich liegen. Einige Listen hat er gemacht, die gelben Durchschlagspapiere kommen von den vier Preisrichtern, die sich am Freitag die Hühner, Zwerghühner und Tauben genau angeschaut und bewertet haben. Sie vergeben Buchstaben, die von b wie befriedigend, bis v wie vorzüglich gehen. "Wir haben sieben Mal vorzüglich bekommen", weiß Jürgen Mallik beim Blick in die Listen. Dann sucht er die Namen. Oliver Dischereit ist mit seinem "Federfüßigen Zwerghuhn" dabei, sein Vater Klaus Dieter mit einer Taube der Rasse "Danziger Hochflieger". "Texaner" - dieser Rasse entstammt die Taube, die Jens Wischnewski gezüchtet hat und die den Preisrichtern vorzüglich gefiel. Ronald Onischke und Wolfgang Vertein konnten mit ihren "Schlesischen Kröpfen" punkten, Mark Horstmann mit der "Carneau"-Taube. Jürgen Mallek bekam für seine Taube der Rasse "Orientalischer Roller" die Bestnote.

Vorne im Ausstellungsraum gurren und krähen derweil die Tiere weiter vor sich hin. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern kommt herein, um sich das Federvieh anzuschauen, ein paar Männer stehen an der Theke, die an diesem Tag von einem Vereinsmitglied betrieben wird, und fachsimpeln. Mitglieder hat der Verein derzeit noch 26. "Früher, zu DDR-Zeiten, da waren es wohl über 50", erinnert sich Jürgen Mallek. Mallek ist dabei geblieben, ist mittlerweile schon 37 seiner insgesamt 69 Jahre als Vorsitzender aktiv. Ein bisschen amtsmüde, gibt er zu, sei er schon, aber ein Nachfolger sei auch nicht in Sicht. Also bleibt der Rentner weiter dabei, denn Herzblut hat er immer noch. Und wenn es dann so Veranstaltungen wie diese gibt, dann gibt das auch wieder etwas Rückenwind. Und so schwärmt der Chef des Vereins von der Tombola, deren Lose und alle 700 Preise schon wenige Stunden nach der Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend vergriffen waren. Würstchen und Schinken gab es zu gewinnen, eine Kaffeemaschine und allerlei Kleinigkeiten. Und auch ein quicklebendiger Hahn war unter den Preisen.

Noch zwei, drei Stunden, dann beginnt das Aufräumen und eine Woche Arbeit geht zu Ende. Bereits am vorletzten Sonntag hatten die Mitglieder aufgebaut, den Boden des "Lindenhof" mit Plane abgedeckt und die Käfige für die insgesamt 204 Tauben und 146 Hühner und Zwerghühner aufgestellt. Jetzt kommen sie wieder in ihre heimische Gefilde, wo sie auch wieder das machen, was sie halt gerne tun: aus Leibeskräften krähen und unermüdlich vor sich hin gurren.

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