Verkehrs-Neuregelung in Rehna : Kracht es bald wegen rechts vor links?

<strong>Vermeintlicher zukünftiger Unfallschwerpunkt:</strong> Wer vom Puschkinplatz in Richtung Mühlentor fährt, wird  Autofahrern aus dem Milchsteig  die Vorfahrt gewähren müssen.
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Vermeintlicher zukünftiger Unfallschwerpunkt: Wer vom Puschkinplatz in Richtung Mühlentor fährt, wird Autofahrern aus dem Milchsteig die Vorfahrt gewähren müssen.

Derjenige, der von rechts kommt, hat Vorfahrt, der andere muss warten. Das ist die Grundregel, die bald auf fast allen Straßen in Rehna gilt. Die neue Verkehrsregelung ist genehmigt und wird wohl im Juli umgesetzt.

svz.de von
07. Juni 2012, 10:34 Uhr

Rehna | Derjenige, der von rechts kommt, hat Vorfahrt, der andere ist wartepflichtig. Das ist die Grundregel, die bald auf fast allen Straßen in Rehna gilt. "Die neue Verkehrsregelung ist generell genehmigt und wird, wie beantragt, wohl bereits im Juli umgesetzt", so Bauamtsmitarbeiter Dirk Groth auf der Sitzung des Bau- und Ordnungsausschusses der Stadt Rehna.

Mit diesem Vorhaben soll die Stadt in Zukunft generell entschleunigt werden. "Die schriftliche Genehmigung vom Landkreis Nordwestmecklenburg steht zwar noch aus", so Groth "doch wir stehen im ständigen Kontakt und haben die Zusage bereits". Das heißt, sobald diese eingeht, wird das Vorhaben direkt umgesetzt. Ausgenommen bleiben nach Aussagen Groth’s Kreuzungen und Einmündungen, wo Wohngebietsstraßen auf übergeordnete Bundes- sowie Landesstraßen treffen. Das betrifft beispielsweise in Rehna die Ortsdurchfahrt mit der B 104 und die Straße, die von Grevesmühlen nach Rehna hinein führt. Schilder an der Schulkreuzung und die Vorfahrtsregeln am Marktplatz auf die B 104 bleiben erhalten. Hinzu kommen einige Ausnahmen, wie die Kreuzung Neuer Steinweg/Mittelweg, bei der der neue Steinweg als Haupt- und Vorfahrtsstraße erhalten bleibt.

Trotzdem wird besonders innerhalb von Wohngebieten, beispielsweise im Milchsteig, in der Anfangszeit eine erhöhte Aufmerksamkeit notwendig sein. Ein Beispiel: Wer vom Puschkinplatz in Richtung Mühlentor fährt, wird in Zukunft Autofahrern aus dem Milchsteig die Vorfahrt gewähren müssen. "Natürlich spielt hierbei die Gewohnheit eine Rolle", erläutert Groth die Situation. Für diesen Fall sollen in der Übergangszeit an markanten Punkten Schilder mit dem Vermerk "Achtung geänderte Vorfahrt" auf die Veränderung Hinweisen. Das ist zum Beispiel im Bereich Mühlentor-Steinstraße geplant.

Widerstand oder Bedenken gegen die neue Regelung gibt es in der Bevölkerung seines Wissens nach nicht, so Groth. "Als Rehnaer weiß man eh, wo man fahren muss. Die Umstellung wird kein Problem sein, auch wenn nach meiner Warte die Beschilderung hätte bleiben können", so Peter Hasselbrink, der eine Garage im Milchsteig nutzt. Eine etwas gespaltene Meinung hat Fahrschullehrer Günter Gottschalk aus Gadebusch. Besonders die Ausdünnung des Schilderwaldes sieht auch er als Pluspunkt an. Allerdings "kann man nicht pauschal entscheiden. Wer das macht, hat von der Praxis keine Ahnung", so Gottschalk. Jede Situation muss einzeln auf die Gegebenheiten untersucht werden und ob es Sinn macht oder nicht. "Das Hauptproblem ist, dass die Leute die Straßen nicht sehen. Es liegt in der Psyche des Kraftfahrers, dass er das optische Gefühl hat, Vorfahrt zu haben, wenn er geradeaus, auf einer breiten Straße fährt", so der Fahrschullehrer. Eine Rechts-vor-links-Regel sei deshalb ausschließlich auf gleichwertigen Straßen sinnvoll, die ein ähnliches Niveau der Verkehrsauslastung besitzen. Andernfalls müssten erneut Schilder aufgestellt werden, die über eine Kreuzung informieren. "Ansonsten drohen neue Unfallschwerpunkte", so Günter Gottschalk.

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