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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 00:39 Uhr

Schlagresdorf : Konzert für eine Familie in Not

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Benefizveranstaltung brachte einen Gesamterlös von 1500 Euro

Die drei alten Glocken läuteten und riefen in die Schlagsdorfer Kirche. „Unser Haus wird immer offen stehen, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen.“ Mit diesen Worten eröffnete Pastorin Christina Stemmann das Benefizkonzert für Familie Kinz. Deren Weidenhof in Schlagresdorf war im März durch ein Feuer vernichtet worden (SVZ berichtete).

Auf Initiative von „Hilde’s Dorforchester“ hatten sich Musiker der Region zu einem Konzert zusammengefunden, um Maxi Kinz noch einmal finanziell zu helfen. „Ein paar Mails haben genügt, dann hatten wir genügend Mitmacher zusammen“, sagte Heike Lorenz, Cellistin der Dechower Musiktruppe. Bis zum Auftritt wusste keiner vom anderen, was er machen würde. So war das Konzert für alle Beteiligten eine Wundertüte.

Es waren vorwiegend zarte Töne, die die gut 100 Besucher zu hören bekamen. Sphärische Klänge von Adelaidem aus Neuenkirchen, Gitarrist Markus Pütter spielte auf der zwölfsaitigen Harp-Gitarre. Stille Klänge auch von Sopranistin Brita Rehsöft aus Stove, zunächst mit Schülerinnen a cappella, dann solo zur Gitarre. Wie ein Profi zeigte Anton Bowe (10) aus Groß Rünz, musikinfiziert von Mama Nicole, Saxophonistin bei Hilde’s Dorforchester, was er nach nur einem Jahr auf dem Akkordeon spielen konnte. Gymnasiastin Jana Schülke spielte Sanftes aus „Wunderbare Welt der Amélie“ auf dem Klavier. Sie hatte spontan ihr Taschengeld gespendet, als sie von dem Brand erfuhr. „Als ich das hörte, liefen mir die Tränen“, gesteht Maxi Kinz.

Die Moderation des Abends übernahm Vogelstimmen-Imitator Dr. Uwe Westphal. Er sorgte für Vogelgezwitscher und mit seinen Anekdoten für lächelnde Gesichter.

Schmissig hingegen entließ Hilde‘s Dorforchester am Ende das Publikum mit Klezmertönen aus der kühlen Kirche in den sommerwarmen Kirchengarten zu Wein und Brezeln. Darunter auch Bürgermeister Ingo Melchin. Er war seinerzeit beim Brand im Löscheinsatz. „Der Hof war leider nicht mehr zu retten“, erinnert er sich, „aber wir hatten enormes Glück. Der ziemlich starke Wind stand günstig und wir konnten das Gebäude kontrolliert abbrennen lassen.“ Weder benachbarte Gebäude, noch Mensch und Tier kamen zu Schaden.

„Die Feuerwehrleute haben Unglaubliches geleistet“, sagt Maxi Kinz. Rund 1  500 Euro konnte ihr Bernhard Hotz, Bürgermeister in Dechow und Bassist bei „Hilde“, am Ende der Benefiz-Veranstaltung übergeben. „Ich bin überwältigt“, sagt Maxi Kinz, als sie die Summe hört.

Polizeilich ist der Hof inzwischen zum Abriss freigegeben. Beginn der Arbeiten ist voraussichtlich in der kommenden Woche. Auch die Versicherung gab nun grünes Licht für den Neuanfang. An Stelle des alten, reetgedeckten Backsteinbaus wird ein nur noch halb so großes Holzhaus entstehen. Nicht unter Reet. Kinz: „Baubeginn ist noch in diesem Jahr.“


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