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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 14:21 Uhr

Schulden : Kommunen in den roten Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Pro-Kopf-Verschuldung in den Städten und Gemeinden steigt / Wismar hat 158 Millionen Euro Schulden angehäuft

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 23:45 Uhr

Die Hansestadt Wismar ist unter den Städten mit mehr als 25 000 Einwohnern diejenige mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Dies geht aus dem Bericht „Schulden der öffentlichen Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern 2013“ des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern hervor. Demnach beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung der 42 188 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) 3760 Euro. Die Höhe der Gesamtverschuldung der Hansestadt lag zum Stichtag bei 158 626 000 Euro.

Verschuldet ist in Nordwestmecklenburg nach wie vor die Mehrheit der Gemeinden. Allein Utecht drückt laut Statistik eine Schuldenlast von 750 000 Euro, das macht eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2287 Euro. „Klar müssten wir laut diesem Zahlenwerk total verschuldet sein. Im nächsten Jahr kann es aber schon wieder einen anderen Trend geben“, sagt Bürgermeister Andreas Spiewack (Foto). Er spricht von einer finanziellen Achterbahnfahrt, die auch mit einem hohen Steueraufkommen zusammen hänge. So drohen Kommunen mit hoher Steuerkraft mit der Verzögerung von zwei Jahren Schlüsselzuweisungen wegzubrechen. Eine der Folgen kann der Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung sein. „Utecht ist ein extremes Beispiel. Finanzielle Planbarkeit gibt es hier kaum“, so Bürgermeister Andreas Spiewack.

Einen Schuldenanstieg gibt es auch in Städten wie Gadebusch zu verzeichnen. Laut des „Schuldenatlasses“ erhöhte sich die Gesamtverschuldung der Kommune von 3,4 auf 4,2 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung stieg in der mecklenburgischen Kleinstadt von 607 auf 776 Euro.

Verwundern kann dies Verwaltungsexperten nicht. Gerade Kommunen mit Kitas, Schulen, Bibliothek und Bauhof bewegen sich häufig im Bereich der roten Zahlen.

Schwarze Zahlen schreiben hingegen Gemeinden wie Dragun. Statt einer Pro-Kopf-Verschuldung gibt es dort ein rechnerisches Guthaben von rund 700 Euro pro Einwohner. Rögnitz hat nach Angaben des Leitenden Verwaltungsbeamten Andreas Lausen sogar 1000 Euro pro Einwohner auf der hohen Kante. Kneese kann ein Plus von 400 Euro pro Einwohner aufweisen. Geschmälert werden könnten diese positiven Beträge in den nächsten Jahren, wenn die Doppik greift. Denn auf jedes Feuerwehrauto, jede Straße und jedes öffentliche Gebäude müssen Gemeinden Abschreibungen tätigen.


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