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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:06 Uhr

Wismar : Kogge im Miniformat

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schülerin präsentiert Koggenmodell . Das Exponat der elfjährigen Johanna Rabe sorgte für anerkennende Beachtung

„Bloß jetzt nicht auf dem Landgangssteg zum Schiff stolpern“, mochte in diesem Moment der Wismarerin Johanna Rabe durch den Kopf gegangen sein. Die 11-jährige Schülerin betrat zum ersten Mal die „Wissemara“ und hatte zudem noch ein selbst gebasteltes Koggenmodell im Arm. Herzklopfen war deshalb inbegriffen, denn das Mädchen war an Bord eingeladen, eben wegen jenem Modell.

Nach dem herzlichen Empfang durch Joachim Müller vom Fördervereinsvorstand und Koggenkapitän Peter Samulewitz war Aufregung kein Thema mehr. „Das ist ja richtig toll geworden, Gratulation dafür“, so die erste Reaktion der Koggen-Repräsentanten. Die etwa 40 Zentimeter lange Nachbildung der „großen Schwester“ mit dem wuchtigen Holzrumpf fanden sie gelungen und bemerkenswert.

Wochenlang hatte die 11-jährige Schülerin der Klasse 5b der Regionalen Schule „Bertolt Brecht“ an ihrem Modell gearbeitet. Zum Dank für ihre Mühe darf sich Johanna jetzt auf einen dreistündigen Gratistörn mit der echten Kogge in die Wismarbucht freuen. Und vom Vorstand gab es noch ein Mini-Koggenmodell als „Beiboot“ dazu.

Dass sie die echte Kogge nun nicht mehr nur im Hafen oder von Strand aus erleben kann, findet Johanna toll: „Ein schönes Geschenk von den Koggenleuten“, so das begeisterte Dankeschön der jungen Modellbauerin. Ebenso erfreut waren ihr Vater Dr. Jörg Hinrich Rabe und ihre Klassenlehrerin Petra Stubbe.

Warum sie gerade ein Koggenmodell gebaut habe, so die Frage an die Schülerin: „Weil es seit Jahren ein besonderes Wahrzeichen von Wismar ist. Warum sollen das nur Jungs machen, das können Mädchen genauso gut“, argumentiert sie selbstbewusst. Die aufgewendete Zeit dafür hat sie nicht gezählt. Aber: „ Die Anfertigung dauerte sehr lange, allein für den Bug habe ich zwei Stunden gebraucht und für die sitzenden Leute an Deck sechs Stunden.“ Bereits in den Winterferien wurde gebastelt. Ihr Großvater hat übrigens das Material für den Rumpf beigesteuert, der ist massiv aus Pappelholz. „Und das Tuch für das Rahsegel gab mir meine Omi“, erzählt die Schülerin.

Den entscheidenden Tipp an den Koggenverein und letztendlich die Aktion an Bord verdankt Johanna Rabe allerdings Wismars Präsident der Bürgerschaft, Dr. Gerd Zielenkiewitz. Er besuchte kürzlich die Jahresausstellung in der Brecht-Schule und reagierte begeistert: „Es waren recht bemerkenswerte Objekte darunter und natürlich fiel das Koggenmodell von Johanna Rabe aus der Klasse 5b auf.“ Johanna sei ein sehr agiles, fleißiges und tüchtiges Mädchen, so sein weiteres Urteil. Zudem kennt er sie als Mitglied im Kinder- und Jugendparlament.

Während des Bordaufenthaltes wurde noch eine weitere Idee geboren. So wird es für die gesamte Klasse von Johanna an Bord der „Wissemara“ eine ganz besondere Lehrstunde auf den Spuren der Hansekoggen geben. „Wir werden eine schöne Führung organisieren und freuen uns immer wieder, wenn sich Schüler für so etwas interessieren“, unterstreicht Joachim Müller.


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