Knochenfunde am Freiheitsplatz

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Marc Kühlborn und Siegried Schwichtenberg sichern die Knochenfunde.bohlmann

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13. Juli 2010, 08:47 Uhr

Gadebusch | Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege sichern derzeit zahlreiche Gebeine nordöstlich der Stadtkirche. "Bislang konnten wir von circa 40 bis 50 Individuen Knochenfunde sicherstellen", sagt Archäologe Marc Kühlborn. Gemeinsam mit Grabungstechnikerin Siegried Schwichtenberg registriert er die Entdeckungen, welche im Zuge der Neugestaltung des Freiheitsplatz per Bagger ans Tageslicht kommen.

Die Sanierung des Freiheitsplatzes erfolgt mit finanzieller Unterstützung des Landes (230 000 Euro). Neben der Trockenlegung des historischen Gemäuers, einer Neugestaltung des innerstädtischen Platzes, bemüht sich der Stromversorger Wemag im Zuge der Maßnahme Versorgungsleitungen in den Boden zu bekommen. Darin eingeschlossen die Steinstraße von Gadebusch. "Ursprünglich sollte die Straße mit dem Pressverfahren durchörtert werden. Da hier aber bereits eine Entwässerungsleitung und Telefonleitungen in der Erde liegen, haben wir uns für die offene Bauweise entschieden", sagt Wemag-Baubetreuer Detlef Spilker. Der Energieversorger lässt im Zuge der Versorgungssicherheit gleich Mittelspannungskabel zu zwei Trafostationen und Niederspannungskabel für die Stromversorgung innerhalb des Ortes verlegen. Nach der Sanierung des Platzes soll der unterirdische Bauraum zehn Jahre unangetastet bleiben. Baubetreuer Detlef Spilker geht davon aus, dass dieses Projekt noch im Juli abgeschlossen werden kann.

Giesela Dammann, Bauamt Gadebusch, lobt in diesem Zusammenhang die Kooperation sämtlicher am Bau beteiligten Partner bezüglich des avisierten Fertigstellungstermins Ende September. Die archäologischen Untersuchungen stellen aus Sicht des Bauamtes kein Zeitproblem da: "Eine vollständige Untersuchung des Areals gibt es nicht. Lediglich im Bereich der neu zu verlegenen Abwasserleitungen", so Dammann.

Im Ergebnis eines Druckplattenversuches kamen die Experten zum Entschluss, dass der Untergrund maximal um 50 Zentimeter abzutragen ist. Folglich bleiben weitere Grabstellen unberührt.

Die notwendigen begleitenden Maßnahmen vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege stellt niemand in Frage. Im Gegenteil: Archäologen und Bauleute unterstützen sich. Gestern legten sie eine weitere komplette Grabstele frei. "Wir skizzieren die Funde. Nach bisheriger Erkenntnislage gehen wir davon aus, dass der Platz bis um 1830 als Friedhof eine Bedeutung hatte", so Marc Kühlborn. Ergebnisse, die ihre Berücksichtigung in den Geschichtsbüchern der Stadt finden dürften.

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