Kneese : Kneeser Brücke ist wieder frei

Nach dem Baubeginn am 23. Oktober 2017 folgte am Gründonnerstag die Freigabe der neuen Kneeser Brücke.  Fotos: M. Schmidt (2)
1 von 3
Nach dem Baubeginn am 23. Oktober 2017 folgte am Gründonnerstag die Freigabe der neuen Kneeser Brücke. Fotos: M. Schmidt (2)

Nach monatelanger Vollsperrung, Verzögerung und Ärger mit einer Umleitungsstrecke ist das Dorf nicht mehr geteilt

23-11367726_23-66109650_1416395505.JPG von
01. April 2018, 05:00 Uhr

Nach mehrmonatiger Bauzeit inklusive witterungsbedingter Verzögerungen ist die Kneeser Brücke über die Bäk für den Verkehr wieder freigegeben worden. Damit endeten für Anwohner jede Menge Strapazen und für Pendler kilometerlange Umwege.

Noch am Wiedereinweihungstag der Brücke hagelte es Kritik vom Roggendorfer Olaf Kempke. Wegen dieser monatelangen Sperrung habe er als Werksvertreter bei jeder Tour eine halbe Stunde mehr Zeit benötigt, um auf die A 24 zu gelangen. „Das war grausam und ich begreife bis heute nicht, wie man für eine Brücke mit dieser überschaubaren Länge so viel Zeit zum Bauen benötigt“, sagt Kempke der SVZ.

Dass es zu Verzögerungen kam, begründet Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss mit starken Niederschlägen, dem Wintereinbruch und besonderen Maßnahmen zum Schutz einer akut einsturzgefährdeten Scheune im unmittelbaren Baubereich. Dadurch sei der ursprüngliche Fertigstellungstermin vor Weihnachten 2017 nicht zu halten gewesen.

Errichtet wurde das neue Bauwerk von der Firma Groth & Co. Bauunternehmung aus Rostock. Und für deren Mitarbeiter hatte der Kneeser Werner Rogga nur lobende Worte parat. „Die waren richtig fleißig, haben auch bei dreckigem Wetter gearbeitet“, erzählt Rogga.

Vollständig abgeschlossen ist das Projekt noch nicht. So sollen in den nächsten Tagen Zäune mit einer Gesamtlänge von rund 40 Meter errichtet werden. Sie dienen dem Fischotter-Schutz. Bereits nutzen kann der Otter einen 50 Zentimeter breiten Holzbohlen-Steg, über den der tierische Meisterschwimmer vom einen zum anderen Ende der 21 Meter langen Durchlassröhre huschen kann.

Gefördert wurde das 451 000 Euro teure Projekt in Kneese vom Straßenbauamt Schwerin. Die Förderquote bei den Baukosten liegt bei 75 Prozent. Als Zuschussgeschäft erwies sich für den Landkreis allerdings eine inoffizielle Umleitungsstrecke für Einwohner der Gemeinde Kneese. 450 statt der vorgesehenen 150 Tonnen eines Schotter-Tragschicht-Mixes ließ der Landkreis auf diesem „Schleichweg“ einbauen. Kritik gab es dennoch: „Diese Umgehungsstraße war durch die Witterung nicht geeignet, so dass Unmut aufkam“, verdeutlicht Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann. Burghard Bohm vom Landkreis wiederum stellt klar: „Dass der Herbst so nass und die Strecke auch von Lkw und Traktoren genutzt wurde, wusste wir damals nicht. Aber wir ziehen unsere Lehren daraus: Künftig wird es nur noch offizielle Umleitungen geben.“

Die bisherige Kneeser Brücke über die Bäk war 1967 als Plattenbauwerk auf Feldstein-Widerlagern errichtet worden. 2011 hatte eine Wirtschaftlichkeits-Untersuchung ergeben, dass der Neubau des Bauwerker sinnvoller als eine Sanierung sein könnte.

Ein Jahr später folgte durch das Ingenieurbüro IBD aus Raben Steinfeld der Planungsbeginn. Im Jahr 2014 lag eine Vor- und 2016 eine Entwurfsplanung vor. Im August vergangenen Jahres folgten schließlich Ausschreibung und Auftragsvergabe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen