zur Navigation springen

Naturschutz Schaalseeregion : Kneese will Zusagen zu Badestellen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Biosphärenreservatsamt informiert über Schutzgebiete im Seenverbund Goldensee, Mechower, Lankower und Culpiner See

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2017 | 21:35 Uhr

Etwa ein Jahr hat es gedauert, bis das Institut für ökologische Forschung und Planung „biota“ den diskussionsreifen Entwurf eines Managementplans erarbeitet hat. Dienstagabend wurde er den Einwohnern des Bereichs vorgestellt. Es geht um das Flora und Fauna Habitat (FFH-Gebiet) „Goldensee, Mechower, Lankower und Culpiner See. „Im Wesentlichen sind ja die Dinge bereits vorgegeben, da es sich hier bereits um Naturschutzgebiete handelt“, erklärt Landschaftsplaner Stephan Renz. Der Diplomingenieur stellt an dem Abend die Ergebnisse des Monitorings sowie die wünschenswerten Maßnahmen zum Lebensraumerhalt von Bauchiger Windelschnecke, Steinbeißer, Goldbauchunke und Co vor.

Auftraggeber dieser Arbeit ist das Biosphärenreservatsamt Schaalsse-Elbe als Landesinstitution. Mitarbeiter Sven Herzog macht im Anschluss an die Vorstellung des Plans und zu Beginn der Diskussion deutlich, dass sich das Projekt nun in der Umsetzungsphase befindet. „Wir nehmen alle ihre Anregungen, Hinweise und Bedenken auf und arbeiten sie, soweit möglich, in den Managementplan ein“, so Herzog.

Hans-Jürgen Hoffmann, Bürgermeister von Kneese vermisst in der Kartierung die korrekte Ausweisung der Badestellen an den Seen und ist skeptisch gegenüber der eventuellen Finanzierung von Unterhaltungskosten der Straßen und Wege im künftigen FFH-Gebiet. Jens Rautenberg vom Gut Goldensee hinterfragt die tatsächliche Wasserqualität der Seen: „Wurde da nur die Phosphat-Menge gemessen oder auch andere Schadstoffe, wie zum Beispiel die Anzahl an Enterokokken (Bakterien) im Wasser?“ Die im Entwurf aufgeführten Wasserwerte seien größtenteils übernommen worden und würden für die Habitatsbetrachtung auch keine Rolle spielen, so Jens Niederstraßer von biota. „Und was die Badestellen an den Seen betrifft: Die sind für die zu schützenden Tiere nicht abträglich. Im Gegenteil. Der Steinbeißer braucht sogar diese kiesigen Bereiche. Insofern braucht niemand zu fürchten, dass es diesbezüglich im FFH-Gebiet Einschränkungen gibt“, beruhigt der Diplombiologe die Anwesenden.

Generell würden die Freiheiten der Bürger nicht weiter eingeschränkt werden, da sich die Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen im Wesentlichen auf solche Dinge beschränkten, wie den Schutz der Ufer vor Trittschäden von Nutzvieh, Verringerung des Nährstoffeintrags in die Gewässer und punktuelle Phosphatfällungen in diesen, wo nötig, so die Quintessenz. „Im April geht der überarbeitete Managementplan über den etwa 800 Hektar großen Bereich ans Umweltministerium zur Prüfung. Im Mai/Juni soll das Projekt dann abgeschlossen sein“, informiert Sven Herzog über das weitere Vorgehen.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt 235 FFH-Gebiete, die 18,5 Prozent der Landesfläche einnehmen. Das ist in etwa das Doppelte des Bundesdurchschnitts. Rechnet man die 61 Europäischen Vogelschutzgebiete hinzu, haben unter Einbeziehung der maritimen Fläche sogar 34,5 Prozent in MV einen Schutzstatus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen