Freiwillige Feuerwehr : Kneese gründet Jugendwehr

Bürgermeister und Wehrleiter Hans-Jürgen Hoffmann (l.) und der zukünftige Jugendwart Timo Menck (r.) freuen sich auf die Jugendwehr.
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Bürgermeister und Wehrleiter Hans-Jürgen Hoffmann (l.) und der zukünftige Jugendwart Timo Menck (r.) freuen sich auf die Jugendwehr.

Personalknappheit entgegenwirken: Ab Mitte August werden sechs Kinder bei der Feuerwehr ausgebildet

svz.de von
26. Juli 2014, 00:00 Uhr

Viele Feuerwehren im Land stehen kurz vor der Schließung und wissen nicht mehr, wie sie die Bereitschaft und den Nachwuchs sichern sollen. Die Kneeser haben ganz ähnliche Probleme: Der Nachwuchs fehlt, die Tagesverfügbarkeit der aktiven Mitglieder macht Probleme. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, werden die Kneeser aktiv. Sie gründen eine Jugendwehr.

Ab dem 18. August werden sechs Kinder ihren Dienst antreten. Immer montags um 17.30 Uhr lernen sie dann für zwei Stunden mit Jugendwart Timo Menck die Grundlagen der Feuerwehrarbeit. „Die Jugendarbeit ist mir wichtig. Und das Anleiten und Arbeiten mit Kindern macht viel Spaß“, sagt Menck. Zudem sehe er die Notwendigkeit, die Nachwuchsproblematik in Kneese zu lösen. Im Vorfeld der Gründung hatte die Feuerwehr mehrere Schnupperdienste für Kinder angeboten, um zu schauen, wie die Jugendwehr bei den ihnen ankomme. Ein harter Kern von sechs Kindern habe sich dabei heraus kristallisiert, die nun in die Jugendwehr eintreten wollten.

Timo Menck ist stolz auf seine neue Truppe. Nach nur wenigen Schnupperdiensten seien diese bereits im Thema: „Die Kinder wissen jetzt schon, welche Truppen zum Einsatz ausrücken und was diese machen müssen“, sagt er. Mit Spaß und Spielen sollen die Kinder nun fundiert die theoretischen und praktischen Aspekte der Feuerwehrarbeit kennenlernen.

„Es hat Sinn mit der Jugendwehr“, findet der Kneeser Bürgermeister und Wehrleiter Hans-Jürgen Hoffmann. „Wir erhoffen uns etwas davon. Und so viel kostet eine Jugendwehr nicht.“ Die notwendigste Ausstattung koste 56 Euro pro Kind. „Das finanziert die Gemeinde.“ Die Kneeser Gemeindevertreter votierten auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig für die Gründung der Jugendwehr. Diese sei eine gute Chance, neues Personal zu rekrutieren, so Hoffmann.

Und das ist knapp in Kneese. „Wir haben festgestellt, dass wir einfach zu wenige sind“, sagt der Wehrführer. 17 aktive Mitglieder hat die Feuerwehr, zwei sind in Reserve. Und von den 17 Aktiven seien einige gar nicht mehr vor Ort. Besonders tagsüber sehe es schlecht aus, wenn die Feuerwehr ausrücken müsse. Mit acht Mann muss das Auto bestückt sein. „Wir rücken grundsätzlich aus. Auch mit drei Mann“, sagt Hoffmann. Dann würden sich die Kneeser den Kameraden aus Roggendorf oder Dechow anschließen.

Um dem Personalproblem entgegen zu wirken, wünscht sich Kneeses Wehrleiter ein Umdenken: „Wir haben schon überlegt, ob man nicht in zwei Wehren gleichzeitig sein könnte. Dann könnten die Kameraden zum Beispiel dort mitlaufen, wo sie arbeiten.“ Er habe diese Idee auch schon in Amtstreffen angesprochen, so Hoffmann.

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