Nordwestmecklenburg : Knapp 1000 Fälle von Sozialhilfe

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Im Kreis Nordwestmecklenburg lebten 61,8 Prozent der Hilfe-Empfänger in einer Einrichtung wie einem Wohn- oder Pflegeheim

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01. September 2015, 23:42 Uhr

Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung aus den Sozialtöpfen des Bundes angewiesen. Von denen gibt es mehrere: Neben Hartz IV (SGB II) werden nach § 8 SGB XII unter anderem Grundsicherungsleistungen, Hilfen zur Gesundheit und zur Pflege sowie Eingliederungshilfen gezahlt. Wer da noch durch die Maschen rutscht, den bewahrt die „laufende Hilfe zum Lebensunterhalt“ (HzL), sprich: „Sozialhilfe im engeren Sinne“', wie das im Amtsdeutsch heißt, als unterste Ebene des sozialen Netzes vor dem Absturz. 998 Menschen im Kreis Nordwestmecklenburg waren Anfang 2014 auf diese HzL-Leistung angewiesen, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Wie die Statistik verrät, erhielten zum Stichtag 31. Dezember 2013 landesweit 10 901 Kinder, Männer und Frauen diese Sozialleistung (Vorjahr: 10 151), bundesweit waren es 370 275 (Vorjahr: 342.640).

Die Hilfe zum Lebensunterhalt (HzL) hilft Menschen, die weder Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) noch auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung haben. Auch Minderjährige unter 15 Jahren, die nicht im Haushalt der Eltern, sondern bei Verwandten leben, sind anspruchsberechtigt, wenn Einkünfte fehlen. Ebenso Bewohner in stationären Einrichtungen der Pflege, der Altenhilfe oder der Eingliederungshilfe für Behinderte, deren eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, die Kosten der Unterkunft zu zahlen. Im Kreis Nordwestmecklenburg lebten 61,8 Prozent der Hilfe-Empfänger in einer Einrichtung wie einem Wohn- oder Pflegeheim, also 617 der 998 Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt.

Die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt soll den Grundbedarf decken, mehr nicht. Dazu zählt § 27a SGB XII „insbesondere Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie Unterkunft und Heizung“. Zu den persönlichen Bedürfnissen des täglichen Lebens gehört in vertretbarem Umfang auch eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Für Schülerinnen und Schüler umfasst der notwendige Lebensunterhalt auch „die erforderlichen Hilfen für den Schulbesuch“. Somit leistet die HzL nicht nur ein physisches Existenzminimum, sondern strebt einen soziokulturellen Mindeststandard an, der eine angemessene Teilnahme am gesellschaftlichen Leben einschließt.

Gemessen an bundesweit insgesamt rund 2,7 Millionen Sozialleistungsempfängern im Jahr 2013 spielen die HzL-Empfänger mit etwas über 370 000 eine vergleichsweise kleine Rolle und doch stehen sie symbolisch für die Zunahme der Hilfebedürftigen. Denn bundes- und landesweit sind immer mehr Bürger auf diese spezielle Sozialleistung angewiesen, weil sie sonst durch die Maschen des vielgepriesenen sozialen Netzes fallen würden. Und im Kreis Nordwestmecklenburg? Gegenüber dem Vorjahr mit 932 kletterte hier die gesamte Empfängerzahl um 66 oder 7,1 Prozent. Nach Altersgruppen gestaffelt, entfielen bei uns zuletzt 134 Empfänger auf die unter 18-Jährigen. Weitere 694 waren im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren und 170 hatten den 65. Geburtstag bereits hinter sich. Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit waren 20 unter denen, denen geholfen wurde. Das waren 2,0 Prozent (Bund: 6,4 Prozent). Nicht nach Pass, sondern nach Geschlechtern betrachtet, sagen die Zahlen, dass die Bedürftigkeit bei uns mehr männlich als weiblich ist. Die 426 Empfängerinnen im Nordwestkreis sind 42,7 Prozent der Gesamtzahl.  

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