Rekordverdächtiges aus Bestenrade : Kleinster Karnevalsumzug der Welt

Ernst Schönherr aus Bestenrade startete gestern den wohl kleinsten Karnevalsumzug der Welt. Auf den Umzugswagen platzierte er SPD-Politiker Martin Schulz und CDU-Chefin Angela Merkel, die an der Groko festhalten und ihnen um die Ohren fliegen könnte.
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Ernst Schönherr aus Bestenrade startete gestern den wohl kleinsten Karnevalsumzug der Welt. Auf den Umzugswagen platzierte er den SPD-Politiker Martin Schulz und CDU-Chefin Angela Merkel, die an der Groko festhalten und ihnen um die Ohren fliegen könnte.

Rosenmontag mit „Grokoianern“: Ein 79-jähriger Rentner aus Norwestmecklenburg nimmt Schulz und Merkel auf die Schippe

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12. Februar 2018, 21:00 Uhr

Zum Höhepunkt des Straßenkarnevals hat es auch in Norddeutschland Rosenmontagsumzüge gegeben. Dabei entpuppte sich der Karnevalsumzug in Bestenrade als der wohl kleinste der Welt – mit nur einem Wagen in den Farben Mecklenburgs. Darauf saßen Martin Schulz und Angela Merkel auf einer schwarz-weiß gefleckten Kuh und hatten zwischen sich eine vermeintliche Seemine mit der Aufschrift „Groko“. Damit nicht genug: Merkel klammerte sich zudem mit ihrer linken Hand an einen Strohhalm – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Der 79-jährige Bestenrader Ernst Schönherr hatte den Motivwagen entworfen und fuhr damit in das 1,4 Kilometer entfernte Nachbardorf Demern. Auf der Fahrt dorthin kämpfte der Karnevalfan nicht nur mit gesundheitlichen Problemen wegen einer schweren Erkältung. Er musste auch mit ansehen, wie die Martin-Schulz-Figur plötzlich gesichtslos wurde, weil dessen Porträtbild vom Winde verweht wurde. Auf die Frage, ob das nun ein böses Omen sei, meinte Schönherr: „Irgendwie komisch ist das schon.“ Dann drehte er die Musik seines Kofferradios lauter. Mit seinem Mini-Umzug bewies Schönherr nicht nur Humor, sondern zog auch die Blicke so mancher Autofahrer auf sich. Einer von ihnen war der Rehnaer Michael Jürß, der sich vor Lachen kaum am Lenkrad seines Wagens halten konnte. „Das ist eben Karneval à la Bestenrade“, meinte Jürß. Dann fügt er hinzu: „Die Hauptsache ist doch, dass er Spaß daran hat. Ich vermute, solche Aktionen halten ihn einfach jung.“

Gegen die widrigen Witterungsverhältnisse – Schneeschauer bei einem Grad plus und starkem Gegenwind – hatte sich der 79-jährige Rentner bestens geschützt. Schönherr trug gefütterte Stiefel und hatte zwei Paar Hosen, zwei Pullover, eine Wolljacke und Handschuhe an. Um den Hals hatte er so wie bei Martin Schulz einen roten Schal gewickelt.

Nach mehr als einer Stunde war Ernst Schönherr zurück in seinem Heimatdorf und machte Schluss mit dem Rosenmontagsumzug. In wenigen Tagen dürften auch die Tage der Kanzlerin gezählt sein. Denn auch diese ausgestopfte Figur will Schönherr entsorgen und somit Platz für Neues auf seinem Ziehwagen schaffen.

Froh über das Ende des Karnevals à la Bestenrade dürfte übrigens Ernst Schönherrs Frau sein. Sie ist der Auffassung, dass ihr Ehemann nur Blödsinn im Kopfe habe.

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