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Uwe-Johnson-Haus in Klütz : Kleinstadt mit großer Literatur

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Literaturhaus bekommt mehr Fördermittel vom Bildungsministerium

Politiker gehen gerne auf Tour. Sommer-Tour, Wahlkampf-Tour, Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ist auf Kultur-Tour. Und da macht es sich auch immer gut, wenn man Geschenke dabei hat. Auch daran hatte der Minister gestern gedacht, als er Klütz besuchte: 35 000 Euro gab es für das Literaturhaus „Uwe Johnson“ und damit 7000 Euro mehr als in den Vorjahren. Für die nächsten fünf Jahre kann Klütz mit dieser gestiegenen Förderung rechnen.

Knapp 80 000 Besucher zählt das Literaturhaus jedes Jahr. Rund 16  000 schauen sich die Ausstellung zum Leben und Wirken des Schriftstellers an, dazu kommen Teilnehmer der Literarischen Spaziergänge und anderer Veranstaltungen. Keine schlechte Bilanz für eine Kleinstadt mit rund 3000 Einwohnern. Vor zehn Jahren wurde das Literaturhaus aus der Wiege gehoben und und Bürgermeister Guntram Jung ist sichtlich stolz. „Das Literaturhaus ist mehr als nur ein Museum“, sagt er. „Hier wird auch wissenschaftliche Arbeit geleistet.“

Rund 80 000 Euro lässt sich die Stadt diese Arbeit jedes Jahr kosten – und investiert damit mehr in sein Literaturhaus als beispielsweise die Hansestadt Greifswald. Das betonte Mathias Brodkorb als er gestern auf der Terrasse des Hauses Platz nahm. „Das ist ein Lob, dass sie sich so engagieren“, sagt Brodkorb.

Vier Literaturhäuser gibt es in MV: in Rostock, Neubrandenburg, Greifswald und eben Klütz. Während die Schlossstadt die Hürde, das jeder Träger ebenfalls mindestens 35 000 Euro im Jahr für den laufenden Betrieb zur Verfügung stellen muss, locker nimmt, muss in Greifswald nachgearbeitet werden.

Anja-Franziska Scharsich hat schon Ideen, was sie mit dem zusätzlichen Geld machen will. Die Projektleiterin des Johnson-Hauses wünscht sich seit Jahren einen Ausstellungskatalog. „Den konnten wir uns bisher aber nicht leisten.“

Apropos bedrucktes Papier: Brodkorb hatte noch mehr Geschenke dabei. Die ersten Bücher von „Das flache Land. Weltliteratur aus Mecklenburg-Vorpommern.“ Natürlich ist Uwe Johnson Thema dieses neuen Schulbuches. Das allererste Buch bekam gestern Bürgermeister Jung.

Das Bildungsministerium hat 100 000 Euro in dieses Projekt investiert und 12 000 Exemplare drucken lassen. Jede weiterführende Schule im Land wird mehrere Klassensätze bekommen. Damit die nicht im Schrank zustauben, steht im Rahmenplan der Oberstufen nun auch: Wer in Mecklenburg-Vorpommern sein Abi machen will, muss sich mit einem Autor von hier beschäftigen. Im nächsten Jahr wird das Lesebuch zu Walter Kempowski erscheinen.

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