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Heckenstreit in Gadebusch kann teuer werden : Kleingärtner verärgert über Ordnungsamt

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Eine Ordnungsverfügung des Amtes Gadebusch sorgt in der Gartensparte Schillerstraße für Ärger. Dort sollen Pächter ihre Hecke schneiden. Ansonsten könnten sie zu einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro verdonnert werden.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 06:39 Uhr

Gadebusch | Eine Ordnungsverfügung des Amtes Gadebusch sorgt in der Gartensparte Schillerstraße für Ärger. Dort sollen Gartenpächter wie Franz Alb ihre Hecke schneiden. Ansonsten könnten sie zu einer Geldbuße in Höhe bis zu 5000 Euro verdonnert werden. Denn laut einer Amtsverordnung vom 28. März dieses Jahres seien Anlieger verpflichtet, Geh- und Radwege sowie die Flächen zwischen Grundstücksgrenze und Straßenkante frei von überhängenden Hecken, Sträucher usw. zu halten. "Momentan wächst die Hecke so, dass ein Befahren nicht oder nur sehr schlecht möglich ist", heißt es in der Ordnungsverfügung.

Kleingärtner Franz Alb hält dagegen: "In unseren Gehwegabschnitten beträgt die Breite gute 2,50 Meter. Ein Pkw ist zwischen 1,40 und 1,50 Meter breit." Alb nennt die Verfügung des Amtes einen Drohbrief, der auch an 70- und 80-jährige Gartenpächter verschickt worden sei. "Die Briefe sind sicher in trauter Gemeinsamkeit zwischen dem Gartenvorstand und dem Ordnungsamt entstanden", meint Alb. Die Drohbriefe seien eine Ban k rotterklärung des Gartenvorstandes und eine Unverschämtheit vom Amt.

Franz Alb geht bei seiner Kritik auch auf den Hinweis des Amtes ein, dass Hecken nicht in Gehwege hineinwachsen sollten: "In Gadebusch stehen Straßenlaternen, Reklameschilder sogar Bäume mitten auf schmalsten Bürgersteigen oder ragen in diese hinein. Und dann sollen Gartenhecken, die nicht immer gut geschnitten sind, auf einem Gehweg in einer Gartenanlage eine Gefahr für die Sicherheit sein. Lächerlich und unverschämt zugleich."

Dass die so genannten Drohbriefe "in trauter Zweisamkeit zwischen Gartenvorstand und Amt entstanden" sein sollen, davon weiß Gadebuschs Amtsleiter Andreas Lausen nichts. "Wir sind autonom und kein Hilfsorgan des Gartenvorstandes", stellt Lausen klar. Nach seinen Angaben sind im gesamten Amtsbereich Briefe an 50 von mehr als 2000 Eigentümer verschickt worden. "Hecken dürfen nunmal nicht über die Grundstücksgrenze ragen. Sie müssen an der Grenze aufhören. Dafür ist jeder selbst verantwortlich", so Lausen. Eine Heckenschnitt-Hilfe könnten Bauhof oder Gemeindearbeiter für Senioren nicht anbieten. "Solche Privataufträge gegen Geld dürfen sie nicht annehmen, um dem Handwerk und Gewerbe keine Aufträge wegzunehmen", sagt Andreas Lausen.

Als nicht überzogen bezeichnet der Vorsitzende der Schillerstraßen-Sparte die Forderung des Ordnungsamtes. "Die Wege gehören der Stadt und sind öffentlich. Feuerwehrautos und Krankenwagen müssen dort durchfahren können", sagt der Vereinsvorsitzende Giesbert Schneider. Nach seinen Angaben halten sich so gut wie alle Kleingärtner der Schillerstraße an die Hecken-Regelung. In Fällen, in denen ältere Menschen nicht selbst die Hecke schneiden könnten, hätte es Lösungsmöglichkeiten gegeben. Zum konkreten Fall sagt Giesbert Schneider: "Er hätte nur ein Wort sagen brauchen. Dann hätte ich seine Hecke vielleicht sogar selbst geschnitten."

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