Mühlen Eichsen : Kleingärtner erntet Riesenknollen

Stolz präsentiert Willi Nehring seine Prachtkartoffeln. Auch mächtig gewaltig: die knapp drei Meter hohen Sonnenblumen im Hintergrund und die Futterrüben.
Stolz präsentiert Willi Nehring seine Prachtkartoffeln. Auch mächtig gewaltig: die knapp drei Meter hohen Sonnenblumen im Hintergrund und die Futterrüben.

Willi Nehring aus Mühlen Eichsen freut sich über rekordverdächtige Kartoffeln in seinem Garten. Das schwerste Exemplar wiegt 800 Gramm

svz.de von
30. August 2016, 05:00 Uhr

Sind die dick, Mann! Mit gleich mehreren rekordverdächtigen Kartoffeln steht Willi Nehring auf dem Hof der SVZ-Lokalredaktion in Gadebusch. „Ich dachte mir, das wäre doch was für die Zeitung“, sagt der Mühlen Eichsener. Allein die schwerste seiner Knollen bringt satte 800 Gramm auf die Waage. Und das ist nun wirklich ein dickes Ding.

„Die Sorte heißt Georgina. Die habe ich mir im Jahr 2014 besorgt, vermehrt und jetzt diese Riesendinger geerntet. So große Exemplare hatte ich noch nie“, sagt Willi Nehring. Sechs Sorten baut der 86-Jährige in seinem Garten an. Kartoffelsorten, die er sich Jahr für Jahr gezielt von einem Besuch der MeLa in Mühlengeez bei Güstrow mitbringt.

Nun gibt es ja die weit verbreitete Redewendung vom vermeintlich dümmsten Bauern, der die größten Kartoffeln erntet. Doch erstens tut das den Bauern Unrecht. Und zweitens gibt es zahlreiche Faktoren, die das Wachstum der nahrhaften Knollen beeinflussen. Warmes Wetter und ausreichend Regen – das sind für Kartoffeln ideale Wachstumsbedingungen. „Und wir haben ein echt gutes Kartoffeljahr“, sagt der gelernte Landwirt.

Schon in jungen Jahren habe er sich bei der Arbeit auf der Siedlung seiner Eltern in Veelböken die ersten landwirtschaftlichen Kenntnisse angeeignet. Später war er angestellt bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Aufbau“ Mühlen Eichsen, deren Geschicke er 25 Jahre als Vorsitzender maßgeblich beeinflusste und die Umwandlung in eine eG genauso begleitete wie die Fusion mit der LPG Veelböken. Noch heute ist Willi Nehring einer der Gesellschafter der daraus hervorgegangenen Agrarhof Veelböken eG.

Doch selbst im Ruhestand lässt ihn die Landwirtschaft nicht los. Und die Sache mit den riesigen Kartoffeln ist das Eine. Ein Rundumblick im heimischen Garten verrät, hier muss jemand mit Sachverstand zu Werke gehen. Jemand mit einem grünen Daumen. An der langen Garagenwand reifen gleich mehrere Tomatensorten, der Dill steht in voller Pracht, die Hühner dürfen sich schon auf riesige Futterrüben freuen. Und an die Blüten seiner Sonnenblumen reicht er schon lange nicht mehr heran. Knapp drei Meter ragen die nun schon in die Höhe.

„Ich hoffe, dass ich den Garten noch lange bewirtschaften kann“, sagt der rüstige Rentner, dem man sein Alter nun wirklich nicht ansieht. Bereut habe er die Entscheidung, Landwirt zu werden, übrigens nicht ein einziges Mal. „In meinem nächsten Leben würde ich es genauso machen.“

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