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Bürokratie in Gadebusch : Kleine Spende, großer Aufwand

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für eine 20-Euro-Spende an die Museumsanlage muss das Stadtparlament Unmengen an Papier bedrucken.

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 21:25 Uhr

Die Bürokratie treibt weiter Blüten. Und so werden in Rathäusern wohl auch weiterhin Unmengen an Papier gedruckt. Das aktuelle Beispiel dürfte bei vielen Menschen Kopfschütteln bzw. -schmerzen verursachen: So musste eine Spende in Höhe von 20 Euro an die Gadebuscher Museumsanlage vom Stadtparlament offiziell abgesegnet werden. Und so wurden im Vorfeld der Sitzung Beschlussvorlagen geschrieben, gedruckt, verschickt. Das alles war natürlich mit Kosten verbunden.

Die erste gute Nachricht aber ist: Die 20-Euro-Spende der Gadebuscher Familie Blankenberg (der Ehemann ist übrigens Stadtvertreter) kommt in voller Höhe der Museumsanlage zugute, auch wenn an anderer Haushaltsstelle Kosten angefallen sein dürften. Die zweite gute Nachricht: Mit dem Papierkram bei Kleinspenden soll künftig Schluss sein. So wird im Rathaus bereits darüber nachgedacht, ein Spenden-Regelwerk in die Hauptsatzung einzuarbeiten.

Konkrete Vorstellungen dazu gibt es bereits. So könnten künftige Spenden je nach Höhe von der Stadtvertretung, dem Hauptsausschuss oder dem Bürgermeister genehmigt werden. Für eine 1-Euro-Spende könnte der Bürokratieaufwand dann also minimiert werden. Sie könnte dann direkt vom Stadtoberhaupt abgesegnet werden.

Noch allerdings gilt: Jede Spende, und mag sie noch so gering sein, muss von der Stadt- oder Gemeindevertretung abgesegnet werden. So schreibt es die Kommunalverfassung vor, damit Transparenz gewahrt wird und sich niemand Vorteile verschaffen kann.

Die Spender-Familie ist übrigens alles andere als froh darüber, was für eine Bürokratie-Maschinerie wegen 20 Euro für die Museumsanlage in Gang gesetzt wurde. „Hätten wir das vorher gewusst, hätte wir garantiert nach einer anderen Möglichkeit gesucht“, sagt Günter Blankenberg fast schon entschuldigend.

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