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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 02:40 Uhr

Gadebusch : Kleiderbörsen droht das Aus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jobcenter Nordwestmecklenburg hat nach Mittelkürzungen des Bundes kein Geld mehr für neue Arbeitsgelegenheiten

von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Düstere Prognose: Im Jahr 2018 können Menschen mit kleinem Geldbeutel vor neue Probleme gestellt werden. Denn Einkaufsmöglichkeiten wie Kleider- und Möbelbörsen sowie Sozialkaufhäusern droht die Schließung. Grund sind unter anderem Finanzkürzungen des Bundes für die Jobcenter. Die Folge: Es gibt kein Geld mehr vom Jobcenter für neue geförderte Arbeitsgelegenheiten – bestehende laufen 2018 aus.

Davon besonders stark betroffen ist Gadebusch, wo es neben einer Kleider- auch eine Möbelbörse, eine Fahrradwerkstatt und ein Projekt für junge, vorwiegend alleinerziehende Frauen gibt. Sie alle – 16 an der Zahl – fürchten, dass sie im Frühjahr nicht mehr dort tätig sein könnten. Entsprechend geschockt waren sie, als sie in dieser Woche von dem drohenden Aus erfuhren.

Sollten 2018 keine neuen Arbeitsgelegenheiten genehmigt bzw. noch vorhandene verlängert werden, wird der Arbeitslosenverband das Licht in der Kleider- und Möbelbörse sowie in der Fahrradwerkstatt ausmachen müssen. „Rein ehrenamtlich können wir all das nicht mehr am Laufen halten“, warnt Lydia Schulz. Sie befürchtet die Abwicklung der Projekte und drohende Kündigungen. Und sie denkt an die Menschen, die zum Beispiel auf die Kleiderbörse angewiesen sind.

Das Jobcenter Nordwestmecklenburg muss – Stand jetzt – im kommenden Jahr mit erheblichen Reduzierungen bei den Haushaltsansätzen rechnen. Allein im so genannten Einliederungshaushalt droht das Budget um fast 20 Prozent von 8,8 auf 7,2 Millionen Euro zu schrumpfen. Genau aus diesem Budget werden aber die arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien – sprich die Förderung der Jobcenter-Kunden durch Arbeitsgelegenheiten oder Weiterbildungen – finanziert.

„Die Ursachen für den Rückgang liegen in der Mittelzuteilung des Bundes“, sagt Jobcenter-Geschäftsführer Martin Greiner der SVZ. So hat der gesamte Bereich SGB II weniger Geld zugeteilt bekommen. Dieses wiederum werde nun auch noch anders verteilt. So erhalten zum Beispiel Jobcenter mit einem überproportional starken Kundenzuwachs – auch durch die Flüchtlingsthematik – mehr Geld.

Jobcenter, die wiederum erfolgreich waren, bekommen weniger Mittel. In diese Kategorie fällt das Jobcenter Nordwestmecklenburg, das zwar einen Kundenrückgang von 6,5 Prozent vorweisen kann, nun aber mit einem ernsten Problem zu kämpfen hat. „Wenn keine zusätzlichen Mitteln fließen, ist folgendes Fakt: Wir können dann keine Arbeitsgelegenheiten in Gadebusch bewilligen“, sagt Jobcenter-Geschäftsführer Martin Greiner.

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