Drohende Schließung in Gadebusch : Kleiderbörse: Suche nach Rettung

Es ist fünf vor zwölf: Wenn Arbeitsgelegenheiten nicht bewilligt werden, muss Lydia Schulz in der Kleiderbörse Gadebusch im nächsten Jahr das Licht ausmachen.
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Es ist fünf vor zwölf: Wenn Arbeitsgelegenheiten nicht bewilligt werden, muss Lydia Schulz in der Kleiderbörse Gadebusch im nächsten Jahr das Licht ausmachen.

Das Jobcenter Nordwestmecklenburg will sich mit dem Arbeitslosenverband Gadebusch treffen / Vorwürfe an Bundes-Politik

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04. Januar 2018, 04:45 Uhr

Die Zeit drängt: Noch drei Monate bleiben den Verantwortlichen, um das drohende Aus für Kleider- und Möbelbörse, Fahrradwerkstatt und Bewerbercenter abzuwenden. Aufgrund von Mittelkürzungen beim Jobcenter Nordwestmecklenburg ist der Fortbestand der Projekte des Arbeitslosenverbands in Gadebusch akut gefährdet. „Ich denke, wir finden eine Lösung, auch wenn es vielleicht nur eine kleine ist“, sagt Cornelia Pollin.

So schnell wie möglich wolle man sich nach Aussage der Bereichsleiterin Markt & Integration beim Jobcenter Nordwestmecklenburg zu einem Vor-Ort-Termin mit dem Arbeitslosenverband treffen. Ein Termin, der noch in diesem Monat über die Bühne gehen soll und von dem Lösungsansätze zur Rettung der bedrohten Projekte ausgehen sollen. Denn neben dem Wegfall der 16 sogenannten geförderten Arbeitsgelegenheiten wären noch weit mehr Menschen von den besagten Schließungen betroffen. Bis zu 650 Kunden zählt nach Aussage von Lydia Schulz Monat für Monat allein die Kleiderbörse. Die besorgen sich hier Textilien für wenig Geld, weil zu Hause das Nötigste fehlt und an allen Ecken und Enden gespart werden musss. Mit einem Hilferuf wandte sich deshalb zuletzt auch Lydia Schulz an die Stadtvertreter Gadebuschs. „Wo sollen sich diese Menschen sonst Hilfe holen?“, fragt die Projektleiterin des Vereins.

Cornelia Pollin macht unter anderem die Bundes-Politik für die prekäre Situation in Gadebusch verantwortlich. „Die fehlende Regierungsbildung hat durchaus Auswirkungen auf unsere Arbeit im Jobcenter. So wissen wir heute noch nicht, welche Mittel uns für das Jahr 2018 zur Verfügung stehen werden. Wir können da nichts tun“, ist die Alt Metelnerin ratlos. Gut hingegen sei, dass sich in der Münzstadt wirklich alle Beteiligten darüber einig seien, dass wenn überhaupt irgend etwas zum Erhalt der geförderten Arbeitsgelegenheiten getan werden kann, dann für jene beim Arbeitslosenverband.

Bei den Sorgen um das drohende Aus von Kleiderbörse & Co. geraten die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt geradezu in den Hintergrund. So ist der Bestand von Arbeitslosengeld II-Beziehern in den zurückliegenden zwölf Monaten im Bereich der Geschäftsstelle Gadebusch um knapp 21 Prozent zurückgegangen. Ursache sei die Verdoppelung des hiesigen Personals Anfang des vergangenen Jahres. So genannte Fachkräfte für Orientierung und Vermittlung sorgen seitdem für die Abwicklung sämtlicher Dienstleistungen rund um die Arbeitslosigkeit, damit die Arbeitslosen wieder schneller in Arbeit kommen. Ein Konzept, das sich offensichtlich bewährt.

Kommentar des Autors: Schämt euch!
Verdammt, das kann doch nicht wahr sein! Da streiten sich gut betuchte Bundespolitiker seit Monaten um die Bildung einer Regierung. Im Maßanzug, weil es so große Größen von der Stange oftmals gar nicht mehr gibt, hauen und stechen sie aufeinander ein oder schmieren sich Honig um den Mund. Grad so, wie es der jeweiligen Partei gerade nützt. Was die Damen und Herren vor lauter Jamaica, GroKo und KoKo und sonst welchem Kokolores komplett aus den Augen verlieren, ist das Wohl derer, um die es ihnen eigentlich gehen sollte. Das Volk. Das kann seine Klamotten teilweise nicht einmal mehr von der Stange kaufen, sondern nur noch in Sozialkaufhäusern wie der Gadebuscher Kleiderbörse. Und denen droht nun wegen Unvermögen in Berlin auch noch das Aus. Hier läuft etwas gehörig aus dem Ruder. Schämt euch!
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