Verkehr : Klares Votum für Brücke Cramon

Protest vor laufender Kamera: Anwohner und Kommunalpolitiker aus drei Gemeinden erinnerten im September dieses Jahres daran, dass der Nordwestkreis vor zehn Jahren die Cramoner Brücke für den Fahrzeugverkehr sperrte. Seitdem müssen die Bürger lange Umwege fahren.
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Protest vor laufender Kamera: Anwohner und Kommunalpolitiker aus drei Gemeinden erinnerten im September dieses Jahres daran, dass der Nordwestkreis vor zehn Jahren die Cramoner Brücke für den Fahrzeugverkehr sperrte. Seitdem müssen die Bürger lange Umwege fahren.

Planungskosten sollen aus Einsparungen beim Parkplatzbau für den Kreissitz beglichen werden. Kreis hofft auf Landesförderung

svz.de von
17. Dezember 2015, 17:32 Uhr

Die Pflöcke für einen Neustart an der Cramoner Brücke sind eingerammt: Zehn Jahre nach der Sperrung des maroden Bauwerks an der Kreisstraße von Cramon in Richtung Landesstraße gibt es nun einen Beschluss des Kreistags von Nordwestmecklenburg, die Brücke einschließlich des vorhandenen Damms grundsätzlich zu sanieren.

Der zwischen dem Nordwestkreis und der Gemeinde Cramonshagen ausgehandelte Kompromiss fand auf der jüngsten Kreistagssitzung breite Unterstützung. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Bürgermeister Reinhard Eggemann. Nach langer Wartezeit und vielen vergeblichen Anläufen sollen nun die Verkehrsprobleme angepackt und gelöst werden – in der gesamten Gemeinde und für das Stepenitztal.

Kern des Ganzen ist ein Ersatzbau für die marode Brücke über einen Stepenitz-Zufluss. „Das wird ein Durchlass“, berichtet Eggemann. Wenn dieses Bauwerk steht, können auch wieder Kraftfahrzeuge und sogar der Schwerlastverkehr die kürzeste Verbindung zwischen Schönfeld und Dalberg nutzen. Die Kreis- wird aber zur Gemeindestraße, der Nienmarker Damm, der seit zehn Jahren den Verkehr aufnehmen muss, von einer Gemeinde- zur Kreisstraße. Zum Projekt gehört auch, dass der Kreis diese Straßen sowie die Linden- und Kastanienallee in den Dörfern in Ordnung bringt.

Mehr als zwei Millionen Euro soll alles kosten. Interessant ist dabei, dass die Planungsmittel in Höhe von 100  000 Euro aus eingesparten Mitteln des neu zu errichtenden Parkplatzes am Kreissitz Wismar gedeckelt werden sollen. „In unseren Haushalt haben wir für das Jahr 2016 vorsorglich die Kosten für die Maximal-Variante des Parkplatzbaus eingestellt“, erklärt Landrätin Kerstin Weiss. Und die betrug knapp 1,3 Millionen Euro. Da sich der Kreistag jedoch zu einer 800  000-Euro-Kompromiss-Variante durchgerungen hatte, gibt der Haushalt des Nordwestkreises plötzlich ungeahnte Mittel frei. Worüber sich nun die Gemeinde Cramonshagen freuen darf.

Einen kleinen Haken indes hat die Sache noch. Denn der Beschluss ist lediglich ein Grundsatzbeschluss vorbehaltlich einer mindestens 50-prozentigen Förderung des Bauvorhabens durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Eine Einschränkung, die erst unmittelbar vor der Kreistagssitzung als Austauschvorlage eingebracht wurde. Gebaut werden soll dann im Jahr 2017 oder 2018, um dieses Dauerproblem endlich zu lösen.

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