Tafel Rehna : Kistenweise Lebensmittel

Reiner Wölki (l.) und Ehrentraud Michaelis packen seit den frühen Morgenstunden Kisten für die Bedürftigen.
Reiner Wölki (l.) und Ehrentraud Michaelis packen seit den frühen Morgenstunden Kisten für die Bedürftigen.

Die Tafel in Rehna versorgt 83 Familien und Einzelpersonen.

svz.de von
17. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Mittwochs wird das Lange Haus in Rehna zum Lebensmittellager: Kistenweise stapeln sich hier die Nahrungsmittel für die Tafel. Karotten, Pilze, Kohl, Ananas, Bananen und Fruchtsäfte stehen bereit und fleißige Hände packen sie in die grünen Kisten, die sich auf langen Tischen und Regalen dicht an dicht reihen.

„Wir sortieren die angelieferten Waren zuerst, entfernen alte Blätter von den Salaten und suchen die nicht mehr so schönen Obststücke heraus“, erzählt Ehrentraud Michaelis, Ein-Euro-Jobberin bei der Tafel in Rehna. Sie hat einen großen Pappkarton vor sich stehen und sortiert rigoros aus. Jedes schlappe Salatblatt landet in einer großen Kiste unter dem Tisch, jede angedrückte Tomate, Banane oder Porreestange wird aus dem Verkehr gezogen. „Wir gucken genau, was noch verwertbar ist“, versichert sie..

Reiner Wölki, einer von zwei ehrenamtlichen Helfern, nimmt die von Michaelis für gut befundenen Lebensmittel und verteilt sie auf die insgesamt 83 bereitstehenden und beschrifteten Kisten. Je nach Personenzahl der Abnehmer, werden die Lebensmittel verteilt. Familien mit Kindern erhalten mehr Obst und Gemüse als die Ein-Mann-Haushalte, erzählt er.

„Zu uns kommen im Moment zum großen Teil Familien mit vielen Kindern“, sagt Ehrentraud Michaelis. Und manchmal könnten sie und ihre Helfer den Kleinen eine Freude machen. Dann sind richtige Kostbarkeiten unter den angelieferten Dingen: Kuchen, Schokolade oder auch Chips. „Die Süßigkeiten legen wir meist in die Kisten der Familien – da freuen sich die Kinder“, sagt Reiner Wölki.

Wölki und Michaelis wissen genau, welche Kiste sie für wen packen. „Es gibt Menschen, die essen kein Fleisch, andere mögen keinen Käse“, so Wölki. „Das merkt man sich dann.“ Zudem sei es Unsinn, den Menschen Essen mitzugeben, welches ihnen nicht schmecke. „Das ist ja auch nicht Sinn der Sache“, fügt Ehrentraud Michaelis an. Und auch das Familienhäschen hat die Chance auf ein altes Salatblatt. „Wenn wir wissen, dass es dort einen Hasen gibt, dann legen wir auch etwas für diesen dazu“, erklärt sie schmunzelnd.

Abgelaufenes Essen verteilen die Tafel-Helfer nicht. Die meisten der Lebensmittel, die die Helfer verteilten, seien am Rand des Haltbarkeitsdatums, sagt Ehrentraud Michaelis. „In der Regel sind die Sachen noch mindestens ein bis zwei Tage haltbar“, so die Ein-Euro-Jobberin. „Das Gemüse sollte man also gleich verbrauchen oder einfrieren“, rät sie. Joghurt aber halte sich durchaus noch länger als angegeben. „Den kann man auch zwei Wochen nach dem Ablaufdatum essen – das mache ich auch. Es ist schon erstaunlich, wie lange Lebensmittel eigentlich halten“, fügt sie an.

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