Feuer in Gadebusch : Kellerbrand: Polizei sucht Brandstifter

Brandermittler Volker Urban und Andre Schild auf Spurensuche im Keller.
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Brandermittler Volker Urban und Andre Schild auf Spurensuche im Keller.

Sieben Verletzte im Krankenhaus versorgt. Acht Familien verlieren Wohnung

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21. Juni 2017, 21:00 Uhr

Der Kellerbrand im Wohnhaus der Rosa-Luxemburg-Straße 30 in Gadebusch ist auf Brandstiftung zurückzuführen. Zu dieser Erkenntnis gelangten nach Polizeiangaben die Kriminaltechniker und Brandsachverständigen der Polizei Gadebusch und Polizeiinspektion Wismar. „Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen“, so die Polizei. Unbekannte Täter setzten im Haus Sperrmüll in Brand.

Sieben Verletzte, darunter Kinder und Senioren und acht durch Rauchentwicklung zerstörte Wohnungen sind die Bilanz dieses Kellerbrandes, der in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 23.15 Uhr ausbrach. Einsatzkräfte der Feuerwehren Gadebusch, Rehna, Roggendorf und Lützow waren bis um 4 Uhr am Mittwoch im Einsatz. Ein Großaufgebot von Rettungskräften des DRK Gadebusch, aus Schwerin, Walsmühlen, Grevesmühlen, Wismar und Züssow standen mit Ärzten, Sanitätern und Rettungswagen bereit.

Die Polizeiarbeit folgt: Kriminaltechniker Volker Urbahn, Ermittler Andre Schild und Brandursachenermittler Peter Seeland untersuchten die Kellerräume und die Überbleibsel nach Spuren auf Brandstiftung als auch technischer Mängel. Am Ende wird deutlich: Im Keller haben Unbekannte das Feuer gelegt. Autoreifen und andere Stoffe entwickelten eine brandbeschleunigende Wirkung und und verursachten hohe Feuertemperaturen.

Die Auswirkungen waren in der Nacht zu sehen: Am Wohnhaus spielten sich dramatische Szenen ab. Tiefschwarze Rauchwolken stiegen über das Treppenhaus bis ins Obergeschoss, während aus dem Kellerfenster Flammen schlugen und Rauchwolken den Wohnblock einhüllten. „Ein sehr komplizierter Brand“, sagt Sebastian Otto, Gadebuscher Wehrführer und Einsatzleiter. Eine Rettung der Bewohner über das Treppenhaus galt als zu gefährlich. Der beißende Rauch und seine toxische Wirkung waren für die Einsatzkräfte und Hausbewohner lebensgefährlich. „Lediglich eine Person konnte über das Treppenhaus ins Freie gelangen“, so Otto weiter. Auf den Balkonen warteten unterdessen junge Familien mit Kleinkindern auf den rettenden Ausstieg über die Drehleiter. „Dies ist uns gelungen“, so Otto.

Die dafür erforderlichen Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten reichten aufgrund der besonderen Lage nicht aus. Somit rückten Einsatzkräfte aus Roggendorf, Rehna und Lützow nach Gadebusch aus. „Dadurch hatten wir immer eine Truppe in Reserve“, so der Feuerwehrchef. Der Einsatzleiter kritisierte die Lagerung von Reifen und Möbeln in den Kellerräumen: „Das ist für uns gefährlich. Darüber hinaus entwickeln brennende Reifen eine hohe Hitze.“

Angesichts der bedrohlichen Lage dürften nicht wenige Bewohner die jüngsten Bilder vom Hausbrand in London vor Augen gehabt haben. Glücklicherweise besteht die Dämmung des Wohnhauses in Gadebusch aus schwer entflammbarer Wolle. „Es handelt sich um Dämmwolle und eine vorgehängte Steinfassade. Des Weiteren sind die Fenster mit Metallrahmen eingefasst, eine zusätzliche Barriere“, sagt Heike Post, die Geschäftsführerin der zuständigen Wohnungsgesellschaft Radegasttal (WGR) auf Anfrage der SVZ. Die Gesellschaft bemüht sich aktuell um eine schnelle Hilfe: „Wir können die Versorgung mit Wohnraum absichern“, so Post. Dazu werde das Unternehmen heute Gespräche mit den betroffenen Familien führen. Diese waren in der Brandnacht zum größten Teil bei Verwandten untergebracht worden. Ihr Hab und Gut ist unbrauchbar. Die Sanierung der Wohnungen wird nach Angaben der Wohnungsgesellschaft bis zu einem Jahr dauern.

Nach Informationen unserer Zeitung konnten die in Krankenhäusern behandelten Verletzten gestern wieder entlassen werden. Zur Aufklärung der Tat bittet die Polizei um Mithilfe: Hinweise zum Brand an das Polizeirevier Gadebusch unter Telefon 03886/7220.

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