zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 02:08 Uhr

Mindestlohn : Keine Einbußen erwartet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bisher kein Anstieg der 400-Euro-Jobs im Landkreis.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2015 | 23:14 Uhr

Der Mindestlohn ist da. Doch welche konkreten Folgen er haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Seit Januar dieses Jahres bekommen alle Friseurinnen im Haarlekin-Salon von Michaela Strauch in Gadebusch 8,50 Euro Stundenlohn. Doch viel ändere sich für die bei ihr angestellten Friseurinnen zunächst einmal nicht, sagt die Unternehmerin. „Ich habe vorher zwar einen niedrigeren Stundenlohn gezahlt, aber da ich Prämien nach Leistung zahle, kamen meine Mitarbeiter auch so auf 8,50 Euro“, erklärt sie. Außerdem habe sie bereits 2013 angefangen, die Gehälter langsam anzugleichen.

Um dem bisher Unbekannten, dem Mindestlohn, zu begegnen, hat Michaela Strauch die Grenzen bis zum Erreichen der Prämienzuschläge hochgestuft. Nun müssen die Friseurinnen mehr Umsatz fahren, um prozentual beteiligt zu werden. „Und um eventuelle Einbußen auszuschließen haben wir die Preise ein bisschen erhöht“, sagt die Friseurmeisterin. Doch auch zuvor hätten sie und ihre Kolleginnen sich nicht unterbezahlt gefühlt, betont die angestellte Friseurmeisterin Sandra Maahs.

Den Mindestlohn an sich begrüßt Michaela Strauch. „Doch ich finde es nicht schön, so etwas aufgedrückt zu bekommen.“ Sie befürchtet, dass viele Unternehmer nun auf 400-Euro-Jobs ausweichen, um eventuelle Nachteile auszugleichen.

Diese Befürchtung zerstreut Anne Ebbecke von der Agentur für Arbeit: „Ich kann einen Anstieg von 400-Euro-Jobs nicht bestätigen.“ Bisher habe es aufgrund der Neuregelung beim Mindestlohn noch keine Arbeitslosenmeldung in Nordwestmecklenburg gegeben. Auch in den Arbeitgeber-Gesprächen sei das Ausweichen auf den Niedriglohnsektor noch nicht angesprochen worden. Doch genau sagen, wie es unterm Strich am Ende aussehen wird, kann Anne Ebbecke nicht. „Wir müssen den März und die Zahl der Wiedereinsteller abwarten.“

Ob die Friseurinnen in Michaela Strauchs Salon überhaupt Einbußen haben werden und wenn ja, wie viel, ist zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls unklar. „Die ersten zwei bis drei Monate müssen wir erst einmal abwarten“, sagt Sandra Maahs. Sie rechne aber nicht mit finanziellen Einbußen. Wer allerdings bisher beispielsweise Wohngeld erhalten hat, der könnte nun aufgrund des Mindestlohns bei gleicher Arbeitszeit deutlich weniger in der Tasche haben, wenn die Zuschläge wegfallen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen