Rehna : Keine Brote am Mittagstisch

Mittag in der Kita Burgsee Gadebusch: Zoe, Tommi, Teo, Maximilian und Jolene decken ihren Tisch immer gemeinsam.
Mittag in der Kita Burgsee Gadebusch: Zoe, Tommi, Teo, Maximilian und Jolene decken ihren Tisch immer gemeinsam.

Kindertagesstätten müssen ab Januar Tagesmenü bereitstellen

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26. November 2014, 00:48 Uhr

Obst, Gemüse, Brot, Kekse zum Kaffee - die Mädchen und Jungen der Kindereinrichtungen des Jugendhilfezentrums „Käthe Kollwitz“ Rehna und mit ihnen alle Einrichtungen des Landkreises, erhalten ab dem 1. Januar 2015 ein einheitliches Angebot für eine vollwertige und gesunde Ernährung. So schreibt es das Kindertagesförderungsgesetz MV vor (Meldung links). Die Umsetzung der neuen Strategie, die liegt in den Händen der Trägervereine und Kitabetreiber. „Das Gesetz nimmt uns voll in die Verantwortung“, sagt Holger Glatz, Geschäftsführer des Jugendhilfezentrums „Käthe Kollwitz“ Rehna (JHZ). Was früher in Projektarbeit fester Bestandteil seiner elf Einrichtungen war, fordert nun das Gesetz. Genau genommen, die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Folglich gibt es Frühstück in der Kindereinrichtung. Der Caterer liefert sämtliche Zutaten, die Kinder schmieren sich ihre Butterbrote in der Gemeinschaft selbst.

Knackpunkt ist für ihn nicht das Erbringen der Leistung. Vielmehr die künftige Abrechnung, die die Einrichtungen und im Fall vom JHZ der Essenlieferant erbringen wird. „Wir haben uns gegen eine pauschale, für eine Spitzabrechnung nach erbrachter Leistung entschieden“, sagt Glatz. So behalten die Eltern die volle Kontrolle, Wahl- und Gestaltungsmöglichkeit. Das bedeutet: Der komplette Verpflegungssatz beinhaltet Frühstück, Mittagessen und Kaffeezeit. Wollen die Eltern beispielsweise mit ihren Schützlingen gemeinsam frühstücken, wählen sie das Kitafrühstück direkt beim Essenservice ab. Das trifft ebenso bei Urlaub und freien Tagen zu. „Die Eltern zahlen letztlich nur das, was ihre Kinder gegessen haben“, sagt Glatz. Die Abwahlmöglichkeit sei wichtig, damit die Eltern nicht bevormundet werden, so der Chef des JHZ weiter. Für ihn und sein Team bedeutet das unter dem Strich verwaltungstechnischen Mehraufwand.

Rechneten bislang die Essenversorger mit den Eltern direkt das Kindergartenessen ab, sendet der Versorger nun entsprechend der Bestellung die Rechnung an die Einrichtung bzw. Träger. „Wir schlüsseln die Beträge auf. Auf unserer Rechnung an die Familien finden sich die Betreuungskosten zuzüglich der einzelne Posten zur Verpflegung“, sagt Glatz. Das sorge für Transparenz. Im Schnitt müssen Eltern zukünftig mit einem Tagessatz von bis zu 4,20 Euro für alle Leistungen rechnen - abzüglich der abgewählten Mahlzeiten. „Keine Frage, die Umstrukturierung ist ein Lernprozess. Nach drei Monaten müssen wir sehen, ob die Projektumsetzung so praktikabel ist“, betont Holger Glatz.

Die Gespräche mit den insgesamt fünf Caterer seien nach Sicht des JHZ trotz einiger ausstehender Nachverhandlungen insgesamt gut verlaufen. Greift das neue Gesetz ab Januar wird es beispielsweise auf Mittagstischen keine Brotpakete, dafür einheitliches Mittagessen für alle Kinder der Gruppen geben. Speziellen Anforderungen wie Leistungen für Vegetarier oder glaubensbedingte Änderungen der Zutaten wollen sich JHZ und Versorger gemeinsam stellen. Familien mit Förderanspruch wird empfohlen, über das Teilhabepaket und Chipkarte die Leistungen mit der Kindertagesstätte abzurechnen.


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