zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 05:56 Uhr

Mühlen Eichsen : Kein Löschwasser aus Hydranten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zweckverband nicht für Versorgung der Feuerwehren bei Bränden zuständig - Gemeinden müssen separate Entnahmestellen vorhalten

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2017 | 04:45 Uhr

Der Brand im Mühlen Eichsener Ortsteil Schönfeld Anfang des Jahres hat gezeigt, die Versorgung der Feuerwehr mit genug Löschwasser kann ein Problem darstellen. Ein Einfamilienhaus war damals völlig zerstört worden. „Der Hydrant hat nicht genügend Wasser geliefert, wir mussten erst eine sehr lange Löschwasserleitung zu einem Entnahmeteich legen“, schildert Gadebuschs Stadtwehrführer Sebastian Otto die Situation von damals. Otto hatte die Einsatzleitung bei dem Brand.

Nach dieser Erfahrung baten Mühlen Eichsener Einwohner Bürgermeister Jürgen Ahrens, sich beim zuständigen Zweckverband Radegast zu erkundigen, ob die Kapazität der Feuerlöschhydranten durch geeignete Maßnahmen erhöht werden könnte. „Die Antwort lautet, dass eine Vergrößerung des Leitungsquerschnittes ist nicht möglich, da dann das Trinkwasser länger in der Leitung steht und dadurch die Gefahr einer Belastung mit Keimen besteht“, informiert Ahrens die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung. Auch eine Druckerhöhung im vorhandenen Leitungsnetz sei technisch nicht ohne weiteres möglich. Nun will die Gemeinde die vorhandenen Kleingewässer so ertüchtigen, dass sie als Löschwasserentnahmestellen problemlos genutzt werden können. Unter anderem soll die Zufahrt zum Schäferteich befestigt werden, damit ihn die Feuerwehr anfahren kann.

„Gut so!“, sind sich sowohl Wehrführer Sebastian Otto und der Technische Leiter des Zweckverbandes, Dirk Fröhling einig. Während Otto der Meinung ist, dass keine Zuleitung eines Hydranten jemals so groß sein kann, dass damit ein Vollbrand gelöscht werden könnte, bringt Fröhling es auf den Punkt: „Der Zweckverband Radegast ist nicht zuständig für die Versorgung mit Löschwasser. Dafür sind die Gemeinden zuständig. Wir haben aber die Vereinbarung, dass das Trinkwasser aus den Hydranten zur Erstversorgung genutzt werden darf, bis zur Herstellung einer ordnungsgemäßen Löschwasserversorgung“, erklärt der Mitarbeiter des Zweckverbands Radegast. Das sei in anderen Regionen mitunter anders geregelt, aber sie seien einzig für die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung zuständig, so der Technische Leiter. „Und die Hydranten dienen prinzipiell nur zum Spülen der Wasserleitung“, fügt er hinzu.

Das sei ein Relikt aus früheren Jahren, bestätigt der Amtswehrführer von Rehna, Henry Wanzenberg: „Die Bürgermeister scheuten damals die nötigen Investitionen“, so der Feuerwehrmann. Deshalb sei man jetzt dazu übergegangen, entsprechende Wasserreservoirs anzulegen. „Im Amtsbereich Rehna werden dieses Jahr sechs bis acht Löschwasserbrunnen gebohrt“, berichtet Wanzenberg. Allein für die beiden in Löwitz und Törberhals sind dafür 25 000 Euro veranschlagt. „Das ist aber eine Einmalinvestition, die Schaffung und der Unterhalt eines Löschteiches ist dauerhaft um ein Vielfaches teurer“, meint der Amtswehrführer. Allein die Sicherung solcher Anlagen, damit dort niemand reinfallen kann, verschlinge viel Geld. Außerdem müsste ständig ihr Zustand überprüft werden.

Das tun aktuell die Feuerwehren des Amtsbereiches Gadebusch mit der so genannten Löschwasserschau. „In vier Wochen werden die Ergebnisse vorliegen“, sagt Amtswehrführer Ralf Siewert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen