NWM: Neuer Fahrplan sorgt für Veränderungen : Kein Früh-Bus mehr in Krembz

Die Ausdünnung der Busfahrpläne sorgt für Debatten auf den Dörfern. Ab kommender Woche fallen unter anderem Verbindungen zwischen Krembz und Gadebusch sowie Teilverbindungen zwischen Selmsdorf und Gadebusch weg.

svz.de von
30. Juli 2012, 08:13 Uhr

Gadebusch/Krembz | Die Ausdünnung der Busfahrpläne im Nordwesten (wir berichteten) sorgt für Debatten auf den Dörfern. Mit Inkrafttreten des neuen Fahrplanes ab kommender Woche fallen unter anderem Verbindungen zwischen Krembz und Gadebusch sowie Teilverbindungen zwischen Selmsdorf und Gadebusch weg. Fahrplanänderungen, die Sebastian Kupsch aus Krembz vor eine Neuorganisation seines beruflichen Alltags stellen. Der 32-Jährige ist schwerbehindert, auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen und üblicherweise morgens ab 6 Uhr von Krembz in Richtung Schwerin auf Tour. Ab Montag kommender Woche wird kein Bus um 6 Uhr über Krembz in Richtung Gadebusch fahren.

Der Krembzer schreibt Anfang Juni an SGS Bus und Reisen in Gadebusch. Er moniert, dass er auf sein Schreiben bislang "keine verbindliche Antwort erhalten hat". Kupsch wollte vor dem Hintergrund der kaum genutzten Verbindung die "Möglichkeit der Einrichtung eines Anruftaxis" prüfen lassen. Er spricht nun von "Hinhaltetaktik" und beklagt "unzureichend beantwortete telefonische Nachfragen" durch SGS.

Andreas Helms, Geschäftsführer des Unternehmens SGS Bus und Reisen Schwerin GmbH, will die Kritik so nicht gelten lassen. Er macht gegenüber der SVZ deutlich, dass bei "SGS aufgrund der Kürzungen des Landes bei Erwerb von Linienbussen, Einsparungen bei der Finanzierung des Schienenersatzverkehres (ein Drittel) und Kürzungen für den Ausbildungsverkehr" die Überarbeitung des Fahrplanes erforderlich wurde. "Wir haben die Auflage zu sparen. Das geht entweder über Personalabbau oder bei den Busverbindungen. Folglich wurden die Tourenpläne durchforstet und an die vom Land vorgegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst", so Helms. Die Problematik von Sebastian Kupsch sei ihm bekannt. Er habe mit ihm telefoniert und jetzt in schriftlicher Form geantwortet. "Ich möchte betonen, dass wir die Angelegenheit sehr ernst nehmen. Die Basis jeder Busverbindung ist der Schülerbusverkehr", so Helms. Folglich falle die Linie nicht weg, "aber bei durchschnittlich 2,1 Fahrgästen ist die Tour um 6 Uhr wirtschaftlich kaum vertretbar". Der Geschäftsführer beruft sich auf seine Statistik und Aussagen von Busfahrern. Angaben von Kupsch, dass fünf Bürger die Linie um 6 Uhr nutzen, kann Helms nicht bestätigen und verlangt "verbindliche und nachprüfbare Angaben".

Fest steht, dass bei weiteren Touren der Rotstift angesetzt wurde. Sebastian Kupsch ist erneut betroffen. Das Bustaxi um 17 Uhr von Gadebusch nach Bentin entfällt in Absprache mit dem privaten Kooperationspartner, denn SGS , und somit die öffentliche Hand, muss die Differenz zwischen den Einnahmen und Streckenkosten tragen. Folglich fällt die Entscheidung. Helms: "Die Auslastung beträgt einen Fahrgast oder weniger." Darüber hinaus wird die Verbindung Schwerin-Schönberg ausgedünnt; am Nachmittag die Strecke Selmsdorf-Gadebusch nicht mehr bedient. Engpässe mit einem Anrufbustaxi auszugleichen, scheint aus Finanzgründen zu scheitern. Helms: "In Grevesmühlen beteiligt sich die Stadt. In Gadebusch ist die finanzielle Sicherstellung offen, da sich alle Kommunen zur Kooperation verpflichten müssten."

Diese Touren fallen weg: Linie 35 GAD- RZ, werktags ab SN 10.55 Uhr nach GAD und ab RZ 10.50 Uhr nach SN; ab SN 8.35 Uhr nach RZ verkehrt nur noch an drei Tagen: Mo, Di, Do; Linie Herren Steinfeld - Brüsewitz die Linien 35 und 158: Brüsewitz ab 6.09 Uhr nach SN, SN ab 15.45 Uhr und 16.30 Uhr auf den Linien 35 und 146; die Saisonlinie Boltenhagen; Linie 143 Dalberg - M. Eichsen an Schultagen ab SN 15.30 Uhr; Linie 153 Badow-Perlin-Renzow, werktags entfallen die Frühfahrten ab Renzow 5.30 Uhr nach GAD; der Anrufbus ab GAD 16.55 Uhr in diese Orte.

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