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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 02:27 Uhr

Gadebusch : Kein Brückenschlag am Burgsee

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sanierung gescheitert: Holzpfeiler marode / Fußgänger müssen Umwege zum Bahnhof in Kauf nehmen, da ein Neubau erst 2015 kommt

von
erstellt am 04.Sep.2014 | 04:45 Uhr

Die Stadt Gadebusch muss mit der Burgseebrücke auf eines ihrer Wahrzeichen verzichten. Zumindest für einige Monate wird es keine Brückenverbindung auf dem Weg zwischen Schlossberg und Bahnhof geben. Fußgänger müssen den Weg über die Bahnhofstraße nehmen.

Die vor einigen Tagen angeschobene Sanierung der Pfeiler ist gescheitert. „Die alten Holzpfeiler haben nicht gehalten. Die Pfeiler waren gelascht, eine Verbindung, die keinen Bestand mehr hatte“, sagt Bauhofleiter Uwe Tews. Bestimmte nach dem Beginn der Fräsarbeiten noch reichlich Optimismus das Baugeschehen, drehten sich nach dem fünften Versuch die entscheidenden Pfeiler im morastigen Boden. „Damit hat niemand gerechnet“, sagt Tews.

Der Hauptausschuss der Stadtvertretung hat die Problematik auf seiner jüngsten Tagung diskutiert. Demnach besteht Einigkeit darüber, dass die Burgseebrücke für Gadebusch Priorität besitzt. „Es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, eine neue Brückenkonstruktion zu installieren“, sagt Bauamtsleiterin Rommy Elßner gegenüber der SVZ. Offen sei noch die Brückenform, wobei die bisherige Bauweise der Burgseebrücke erste Wahl sei. Lediglich der Unterbau, das Trägersystem, wird in Zukunft nicht mehr aus Holz bestehen. Bevor stählerne Systeme in den Moorboden gesetzt werden, prüfen die Statiker den Untergrund. Elßner: „Wir müssen die Ergebnisse der durchgeführten Baugrunduntersuchung abwarten und daraus unsere Schlussfolgerungen ziehen.“ Sie hoffe, dass Anfang kommender Woche verlässliche Zahlen vorliegen.

Mit Zahlen in sechsstelliger Größenordnung werden sich aller Voraussicht nach die Gremien der Stadt Gadebusch auseinandersetzen. Grund: Die Finanzierung einer neuen Brücke ist noch ungeklärt. „Billig wird solch ein Vorhaben nicht. 100 000 Euro dürften nicht reichen“, schätzt Rommy Elßner. Spekulieren wolle man nicht, sondern auf Grundlage verlässlicher Zahlen die Planungen voranbringen. Dafür wollen Bauamt und Stadt die kommenden Monate nutzen. „Wir brauchen die Vorlaufzeit, damit im Frühjahr 2015 die Arbeiten beginnen können“, so Elßner.

Die Stadt erbaute die Burgseebrücke 1985. Damals kamen keine Eichenpfähle, sondern Nadelbaumstämme zum Einsatz, die nicht annähernd die Haltbarkeit von Hartholz besitzen. Insbesondere der wechselnde Wasserstand über dem Moorboden sorgte für eine Zersetzung der hölzernen Tragbalken.


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