Nordwestmecklenburg : Kein Ansturm auf Termine am 12.12.12

<fettakgl>40 Trauungen</fettakgl> nehmen Standesbeamtin Sabine Pätsch und   ein Kollege im Eheschließungssaal im Gadebuscher Rathaus  im Jahr vor.
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40 Trauungen nehmen Standesbeamtin Sabine Pätsch und ein Kollege im Eheschließungssaal im Gadebuscher Rathaus im Jahr vor.

Die Fotos und Dankeskarten, die Sabine Pätsch in ihrem Büro an die Wand gepinnt hat, stammen allesamt von Brautpaaren, die die Gadebuscher Standesbeamtin getraut hat. Rund 40 Trauungen nimmt sie im Jahr vor.

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29. Juli 2012, 04:51 Uhr

Gadebusch/Rehna/Lützow | Die Fotos und Dankeskarten, die Sabine Pätsch in ihrem Büro an die Wand gepinnt hat, stammen allesamt von Brautpaaren, die die Gadebuscher Standesbeamtin getraut hat. Rund 40 Trauungen nehmen sie und ein weiterer Standesbeamter im Gadebuscher Rathaus im Jahr vor. 2012 haben sich in Gadebusch bisher 20 Paare das Ja-Wort gegeben, darunter sechs Paare, die aus anderen Bundesländern kommen.

An beliebten Terminen, sagt Sabine Pätsch, könnten sie zwei bis drei, allerhöchstens vier Termine für Trauungen an einem Tag anbieten. An Sonnabenden sind Hochzeiten bis mittags möglich. "Wir umrahmen das ja auch ein bisschen. Jede Trauung ist etwas Neues, es ist nie Routine und sollte es auch nie sein", macht die Standesbeamtin deutlich. Zu diesen beliebten Terminen gehört der 12.12.2012 in Gadebusch offenbar nicht. "Bisher haben wir eine Anmeldung", erklärt Pätsch, "aber dieser Tag ist auch ein Mittwoch, da werden die wenigsten heiraten. " Stattdessen bevorzugten Brautpaare die Sommermonate, sagt Sabine Pätsch, "vor allem, um schön feiern zu können". In Gadebusch kann neben dem Ehe schließungssaal im Rathaus auch in der Außenstelle im Rauchhaus Möllin geheiratet werden - bei schönem Wetter auch in der Gartenlandschaft des alten Bauernhauses. "Das bieten wir seit Ende der 90er-Jahre an und es kommt gut an", sagt Pätsch, die seit 1996 Standesbeamtin ist. Dennoch: Die Zahl der Trauungen ist rückläufig. Über die Gründe kann die Standesbeamtin nur spekulieren. "Gadebusch ist kein großes Amt. Zudem scheint es, als gäbe es eine Tendenz zu mehr Single-Haushalten sowie dazu, ohne Trauschein zusammen zu leben."

In Rehna indes zeichnet sich ein anderes Bild: 70 Trauungen im Jahr nehmen Hauptstandesbeamtin Ute Abraham und ihre beiden Kollegen im Jahr vor. In diesem Jahr haben sich hier 45 Paare das Ja-Wort gegeben. "Wir beobachten eine steigende Tendenz", erklärt Ute Abraham - insbesondere, seit das Standesamt zusätzlich zur Trauung im historischen Kapitelsaal im Langen Haus auch Hochzeiten auf Schloss Wedendorf anbietet. "Sieben von zehn Paaren, die sich hier trauen lassen, kommen aus Hamburg oder anderen Bundesländern", weiß die Standesbeamtin zu berichten.

Das läge zum einen am Ambiente des Schlosses, das sich seit Jahr und Tag in Familienbesitz befinde und an seiner verkehrsgünstigen Lage, aber auch an der Flexibilität des Standesamtes und der Bereitschaft, auch sonnabends Trauungen anzubieten. Um die Qualität der Trauungen nicht zu gefährden, sagt Standesbeamtin Abraham, könnten sie drei bis vier Trauungen pro Tag anbieten - auch für das ganz besondere Datum 2012, den 12. Dezember. Allerdings: Bisher sind hier keinerlei Anmeldungen eingegangen. "Wir haben noch vier Termine frei", sagt Ute Abraham. Sie erinnert sich noch gut an andere Daten wie den 5. Mai 2005. "Damals hatten wir sechs oder sieben Hochzeiten. Aber das war auch im Mai, da passte es eher von der Jahreszeit." Denn auch in Rehna sind es vor allem die Monate zwischen Mai und September, in denen die Paare sich das Ja-Wort geben möchten. In Rehna selbst kann dabei im historischen Kapitelsaal geheiratet werden. Zwar sei der Raum mit den hohen Gewölbedecken und den Wandmalereien noch nicht vollständig fertig, "aber er ist gerade in seiner Schlichtheit wirkungsvoll", findet Ute Abraham. "Er ist eine sehr gute Alternative, um trotzdem kirchliches Flair zu haben, wenn man standesamtlich heiratet."

Am Standesamt des Amtes Lützow-Lübstorf haben sich in diesem Jahr bisher 19 Paare von Standesbeamtin Gisela Angrick und ihren drei Kollegen trauen lassen. Rund 50 Paare sind es hier jährlich. Geheiratet werden kann im Amtsbereich an ganz verschiedenen Orten: In beiden Amtsgebäuden, auf den Schlössern Wiligrad und Kaeselow , auf Gut Grambow sowie neuerdings im Seehotel Cramonshagen. Die Organisation laufe dabei direkt über die Betreiber vor Ort. Und auch hier, sagt Standesbeamtin Angrick, seien es viele Paare von außerhalb, die sich das Ja-Wort gäben. "Wir haben viele Paare aus Hamburg, Bremen oder Norderstedt. Oftmals ergibt es sich daraus, dass das Brautpaar ursprünglich aus der Region kommt und hier Verwandtschaft hat." In anderen Fällen würden Paare im Internet auf die besonderen Örtlichkeiten in der Region aufmerksam. Im Standesamt von Lützow-Lübstorf jedenfalls scheint der 12. Dezember ein beliebterer Termin zu sein: "Zwei Paare haben sich angemeldet", berichtet Gisela Angrick, zwei Termine seien noch frei. "Der 9. September 1999 war bei uns ein wesentlich begehrterer Termin", so Angrick. Die terminlichen Wünsche der Brautleute jedenfalls versuchten sie immer, so gut es ginge möglich zu machen. Überhaupt, sagt Angrick, versuchten sie auch weitere Bitten der Paare zu realisieren. "Man muss immer auf die Leute eingehen", betont sie.

Grundsätzlich gilt: Anmeldungen sind ein halbes Jahr vor dem gewünschten Termin möglich. Weitere Informationen auf den Internetseiten der Ämter unter www.gadebusch.de, www.rehna.de und www.luetzow-luebstorf.de oder direkt bei den Ämtern.

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