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Solarpark an der B208 : Kein Anschluss: Das Geschäft mit dem Solarstrom

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Photovoltaikanlagen brauchen Netzkapazität – in Bobitz wird nun zurückgebaut

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Der Solarpark an der B 208 in Bobitz ist das beste Beispiel dafür, wie es nicht geht: Der ursprüngliche Investor hatte sich seinerzeit ein Areal von rund einem Hektar Größe von einem Bauern gekauft, sich die nötigen Genehmigungen besorgt und Solarmodule aufgestellt. Nur anschließen konnte er sie nicht. „Er hatte vergessen, mit der e.dis zu sprechen und als er die Anlage am zentralen Einspeisepunkt in der Gartenstraße anschließen wollte, erfuhr er, dass die bereits voll ist“, berichtet Gemeindevertreter Henryk Glowalla, der selbst eine Elektriker-Firma betreibt. Denn Bobitz hatte bereits mehrere Photovoltaikanlagen, die auf den Dächern der umliegenden Landwirtschaftsbetriebe installiert waren und an diesem Punkt in das e.dis-Netz eingespeist wurden. Die nächste Möglichkeit, diesen Solarpark ans Netz zu bringen, bestand erst wieder in Wismar/Rothentor, rund neun Kilometer Luftlinie entfernt. Das wurde nicht in Angriff genommen.

Bei diesem Stand blieb es dann die zurückliegenden rund sieben Jahre. Insgesamt fünf Eigentümer mit entsprechenden Insolvenzen, Gerichtsverfahren und Verkäufen wechselten sich in dieser Zeit ab. „Nun scheinen wir aber einen Besitzer zu haben, mit dem es voran geht“, ist Bürgermeisterin Stefanie Kirsch zuversichtlich. Für ein Gebot von 1 906 000 Euro hat die NE International GmbH die Anlage bei der Auktion Ende vergangenen Jahres ersteigert und ist damit der nunmehr sechste Eigentümer. Seit der letzten Januarwoche wird die Anlage nun zurückgebaut. „Die Module kommen zur Überprüfung nach Bayern. Ein Großteil wird wohl auch dort bleiben, denn das Unternehmen betreibt dort selbst weitere Solarparks“, weiß die Bürgermeisterin zu berichten. Etwa ein Viertel der Anlagengröße werde aber wieder in Bobitz aufgebaut und könne dann an den Einspeisepunkt Gartenstraße angeschlossen werden, so Stefanie Kirsch.

„Das ist generell das Problem – es müssen die nötigen Kapazitäten vorhanden sein, um so eine Anlage anschließen zu können“, erklärt Robert Krüger von der Wemag Netz GmbH. Das sei immer eine Einzelfallentscheidung und richte sich nach dem Standort und der Größe der geplanten Anlage, führt der Gruppenleiter Netzanschluss/Einspeisung aus. Zu dem in der Planungsphase befindlichen Projekt auf der ehemaligen Deponie Bendhof und weiteren Vorhaben wolle er sich nicht äußern. „Mit dem neuen EEG-Gesetz ändert sich sowieso einiges ab 2017. Anlagen, die die 750-Kilowatt-Grenze überschreiten, erlangen nur über ein Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur eine Einspeisegenehmigung“, berichtet Krüger. Danach bekäme nur der den Zuschlag, der den Ökostrom am kostengünstigsten anbieten kann. Damit solle der Wettbewerb gestärkt werden.

Für die Gemeinde Bobitz kann sich das Abenteuer Solarpark nun doch noch zum Guten wenden: „Die zukünftig aufgestellten Solarmodule sollen nur noch eine Fläche von etwa 4000 Quadratmeter einnehmen. Der Rest der etwa einen Hektar großen Fläche könnte zur Wohnbebauung genutzt werden“, frohlockt Bürgermeisterin Kirsch. Schließlich sei das Gelände bereits früher schon mal als Bauland ausgewiesen worden und die neuen Eigentümer bereits in der Planungsphase. Nun liege es an der Zusage auf Landesebene, so die Gemeindechefin.

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