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Überraschung in Dragun : Kehrtwende im Kennzeichen-Streit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ein 60-jähriger Krankenpfleger zieht seinen Einspruch überraschend zurück und akzeptiert die Zahlung eines Bußgeldes von 25 Euro

von
erstellt am 09.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Im so genannten Kennzeichen-Streit ist der Draguner Michael Schmidt überraschend auf die Bremse getreten und beendete damit ein Verfahren vor dem Amtsgericht Schwerin. Zwar fühlt sich der Krankenpfleger nach Angaben seines Rechtsanwaltes zutiefst ungerecht behandelt. Angesichts der prozessualen Situation zog Schmidt aber seinen Einspruch zurück und akzeptierte damit die Zahlung des Bußgeldes in Höhe von 25 Euro. Hinzu kommen könnten Verfahrens- und Anwaltskosten.

In dem Kennzeichen-Streit hatte ihm die Polizei vorgeworfen, dass er mit seinem VW Jetta ohne vorschriftsmäßig angebrachtes Kennzeichen in der Landeshauptstadt unterwegs gewesen sei. Schmidt sollte deshalb 25 Euro zahlen. Doch der 60-Jährige wehrte sich. Denn das hintere Kennzeichen sei sehr wohl vorhanden gewesen und zwar an der Heckscheibe. Dort will Schmidt es platziert haben, damit er eine Werkstattfahrt von seinem Zuhause Dragun nach Schwerin und wieder zurück vornehmen konnte.

Dies betonte Schmidt gestern erneut vor dem Amtsgericht Schwerin. Ein 41-jähriger Polizeibeamter widersprach allerdings dieser Darstellung. „Das hintere Kennzeichen war im Kofferraum“, versicherte der Polizist, der als Zeuge in diesem Verfahren aussagte.

Auf die Frage des Gerichtes, ob der Polizeibeamte etwa lüge, erklärte Schmidts Anwalt, dass es sich vielleicht auch um eine Verwechslung gehandelt haben könnte. Der Polizist erinnerte sich allerdings exakt an die Automarke, das Modell, den Kontrollort in Schwerin und weitere Details. Nach einer mehrminütigen Verhandlungspause, in der sich Schmidt und sein Anwalt beraten haben, zog der Krankenpfleger schließlich seinen Einspruch zurück, um sich nicht dem Risiko einer Kostenexplosion auszusetzen.

Die Enttäuschung war Schmidt allerdings deutlich anzumerken. Und das lag unter anderem an diesem Grund: Nach der Kontrolle war ihm zunächst zur Last gelegt worden, ohne Kennzeichen unterwegs gewesen zu sein. In einem zweiten Behördenschreiben war dann von einem nicht vorschriftsmäßig befestigten Kennzeichen die Rede. Und im Dezember vergangenen Jahres erfuhr Schmidt im Gerichtssaal, dass sein Kennzeichen im Kofferraum seines Autos gelegen haben soll. Schmidt hatte dies damals mit den Worten „Das ist der Hammer“ kommentiert (SVZ berichtete).  

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