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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 19:02 Uhr

Grevesmühlen/Gadebusch : Kehrbezirke neu vergeben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landkreis überreicht Ernennungsurkunden an zehn Bezirksschornsteinfeger. Meister behalten Aufsichtspflicht. Mit dem neuen Schornsteinfeger-Handwerksgesetz haben Kunden nun die freie Wahl.

von
erstellt am 05.Aug.2014 | 22:48 Uhr

In seiner Heimatstadt bleiben darf der Gadebuscher Schornsteinfeger Arne Schlien. Er wurde für weitere sieben Jahre durch den Landkreis zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ernannt. „Ich freue mich sehr, in Gadebusch bleiben zu dürfen“, sagt der 44-Jährige.

Arne Schlien ist ein Gadebuscher Jung’: 1986 begann er seine Ausbildung in der Münzstadt und hat bis zum Jahr 2000 als Geselle gearbeitet. Anschließend war er für zwei Jahre in Wismar und Brüel bei Sternberg und kam am 1. Januar 2003 als Schornsteinfegermeister zurück nach Gadebusch – und blieb bis heute. „Ich habe Gadebusch nie verlassen. Ich bin sogar jeden Tag nach Wismar und Brüel gefahren. Das ist einfach meine Heimat.“ Aus diesem Grund ist er froh weiterhin Bezirksschornsteinfeger zu sein. Dennoch ist auch der finanzielle Aspekt ein wichtiger für den Familienvater. „Mit der Urkunde in der Hand habe ich nun wenigstens für die nächsten sieben Jahre Planungsgewissheit.“

Der Gadebuscher und neun weitere Schornsteinfeger haben ihre Ernennungsurkunden durch Gerhard Rappen als Stellvertreter der Landrätin überreicht bekommen. Damit sind alle Kehrbezirke in Nordwestmecklenburg einschließlich der Hansestadt – und Kreisstadt Wismar zum 1. Januar vergeben. Im Nordwest-Kreis haben alle bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ihren Bezirk behalten.

Für die Ernennung wurde zum ersten Mal ein Ausschreibungsverfahren, das der Landkreis nach dem Schornsteinfeger-Handwerkergesetz durchgeführt hat, eingesetzt. Einen Teil der Bezirke in Nordwestmecklenburg hatte die Kreisordnungsbehörde bereits in der Übergangsphase neu vergeben.

Arne Schlien war zwar schon Bezirksschornsteinfeger in Gadebusch, musste sich aber erneut bewerben und hat dabei auch die anderen Bezirke in Betracht gezogen. „Mir war nicht klar, ob ich erneut ernannt werde, deswegen wollte ich alle Möglichkeiten ausschöpfen, aber natürlich dennoch im Landkreis bleiben.“ Er wisse, dass sich ein weiterer Kollege für den Bezirk Gadebusch, Mühlen Eichsen, Bobitz beworben habe. „Im Grunde hätte es jeder werden können – auch jemand aus einem anderen Bundesland.“

Das Ausschreibungsverfahren ist neu. Es wurde notwendig, da die Europäische Union die in Deutschland geltende Monopolstellung für Kehrbezirksinhaber für die Dauer ihres Erwerbslebens beanstandet hatte, betont Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises. Demnach erfolgt die Auswahl nun nach einem Punktesystem, in das u.a. sowohl die Gesellen- als auch Meisternote sowie Weiter- und Fortbildungen hinein zählen.

Seit 2013 gilt zudem in vollem Umfang das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz. Dieses verpflichtet Eigentümer von Grundstücken und Räumen, die Reinigung und Überprüfung von kehr- und prüfungspflichtigen Anlagen fristgerecht zu veranlassen. Sie können jetzt frei entscheiden, welchen Schornsteinfeger sie mit der Ausführung der Arbeiten beauftragen.

Neu ist: Kehrungen, Überprüfungen und Messungen dürfen von allen Betrieben erbracht werden, die mit dem Schornsteinfegerhandwerk eingetragen sind. Wer neue Feuerstätten und Schornsteine in Betrieb nimmt, muss den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger beauftragen. „Das ist ein Mehraufwand für mich, aber ich bin froh diese Arbeit weiter machen zu können. Ich bin einfach gerne Schornsteinfeger“, sagt Schlien.


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