Nordwestmecklenburg : Kaum Multikulti im Ehebett

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Nur wenige Hochzeiten mit ausländischem Partner im Nordwestkreis / 874 Paare gaben sich das Ja-Wort

svz.de von
31. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Liebe kennt keine Grenzen – oder doch? Mit Multikulti im Ehebett haben Männlein und Weiblein im Kreis Nordwestmecklenburg recht wenig am Hut: Da war die Eheschließung zuletzt 2013 in rund 96,6 Prozent der Fälle eine deutsch-deutsche Angelegenheit. Rund 3,2 Prozent waren deutsch-ausländische Verbindungen. In 0,2 Prozent der Fälle waren beide Partner Ausländer.

Egal ob eine Deutsche einen Österreicher heiratet oder ein Deutscher eine Philippinin – beides sind sogenannte binationale Ehen. Bundesweit liegt der Anteil solcher Verbindungen bei 11,7 Prozent, sprich: Jede neunte Eheschließung im Bund ist eine binationale. Übrigens heiraten mehr deutsche Männer als deutsche Frauen binational: 2013 gaben 24 793 deutsche Männer einer Ausländerin das Ja-Wort, aber nur 19 337 deutsche Frauen einem Partner mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Regional schwanken die Anteile freilich stark: Im Kreis Nordwestmecklenburg waren es 15 Männer und zwölf Frauen mit ausländischen Partnern. Macht 27 binationale Hochzeiten und bei insgesamt 847 Eheschließungen im Kreis Nordwestmecklenburg 3,2 Prozent.

Bundesweit ist die Zahl der Hochzeiten 2013 um 13 768 gesunken. Der Kreis Nordwestmecklenburg hat zu diesem Rückgang beigetragen, hier ging die Zahl der Eheschließungen im Vergleich zu 2012 um 76 zurück.

Anders als für die 818 deutsch-deutschen Hochzeitspaare, war der Gang vors Standesamt für manches binationale Paar ungleich schwieriger. Denn die Bürokratie hält einige Hürden parat, vor allem wenn der Ehepartner aus dem außereuropäischen Ausland stammt. In diesem Falle brauchen Heiratswillige Geduld und gute Nerven, um das Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften zu bewältigen.

Denn viele ausländische Dokumente müssen nicht nur übersetzt, sondern von den Behörden des ausstellenden Staates beglaubigt und von den deutschen Auslandsvertretungen legalisiert werden. Das kann sich monatelang in die Länge ziehen.

An der standesamtlichen Trauung führt hierzulande allerdings kein Weg vorbei. Das gilt auch in Fällen, in denen beide Partner ausländische Staatsbürger sind: zweimal oder in 0,2 Prozent aller Eheschließungen im Kreis Nordwestmecklenburg war dies vergangenes Jahr der Fall. Dass alle Ehen bis zu diesem Weihnachtsfest gehalten haben, ist eher unwahrscheinlich: Es gibt Paare, die merken schon nach ein paar Wochen, dass der Bund fürs Leben wohl nichts war.

Ob so etwas vermehrt Deutsche oder Ausländer trifft, lässt sich nicht sagen: Denn welche Ehe-Kombination am längsten Bestand hat, weiß keiner. Bei Scheidungen wird nicht mehr nach Nationalitäten und Herkunftsländern unterschieden. Geht ja auch nicht, weil die geheiratete Ausländerin in den allermeisten Fällen dann ja eine geschiedene Deutsche ist – gilt für Göttergatten natürlich auch.  

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