zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 10:30 Uhr

Skandal : Kasse verweigert Taxifahrt nach OP

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach einer Augen-Operation soll die 83-jährige Gadebuscherin Erika Adamski die Fahrtkosten aus eigener Tasche zahlen

von
erstellt am 06.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Ärger mit ihrer Krankenkasse hat eine 83-jährige Frau aus Gadebusch: Erika Adamski. Die Rentnerin musste sich in Schwerin einer ambulanten Augenoperation unterziehen und war danach auf ein Taxi für die Rücktour nach Hause angewiesen. Denn die alleinstehende Dame, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist, hat niemanden, der sie hätte fahren können. Zudem war ihr nach der OP am rechten Auge ein Verband angelegt worden. Um sicher nach Hause zu kommen, baute die Dame daher auf die so genannte Krankenbeförderungs-Verordnung. Ein dafür notwendiges Formular stellte das Team der Schweriner Arztpraxis für die Krankenkasse der Patientin aus und kreuzte wegen der fehlenden Verkehrstüchtigkeit nach der Operation ein Taxi als Beförderungsmittel an. Damit wurde Erika Adamski auch sicher nach Hause gebracht – auf den Kosten von 42 Euro allerdings blieb sie bislang sitzen.

Versichert ist die Gadebuscherin bei der AOK, wo sie einen Tag vor der Augenoperation persönlich vorstellig wurde, um ihr Anliegen vorzutragen. Dort habe man ihr nur kurz zugehört, schildert Erika Adamksi die Situation. Dann sei ihr anhand von Paragrafen erklärt worden, dass es die Kostenerstattung für eine solche Fahrt nicht mehr gebe – und schließlich schon die Operation bezahlt werde. Als ziemlich „überheblich“ habe Erika Adamski die Aussagen der Krankenkassen-Mitarbeiterin empfunden.

Ein Sprecher der AOK erklärt auf SVZ-Anfrage: „Wenn es bei zwei Beratungsgesprächen zu Irritationen gekommen sein sollte, tut uns das leid. Aber wir können nicht die vorliegende Sachlage ändern.“ Voraussetzung für eine Kostenübernahme für Fahrten zu ambulanten Behandlungen seien die Pflegestufe zwei oder drei oder ein Schwerbehindertenausweis. Aus diesem Dokument müsse zudem hervorgehen, ob jemand außergewöhnlich gehbehindert, blind oder hilflos sei. „Liegt uns so etwas aber nicht vor, sind diese Fahrten kein Bestandteil des Leistungskataloges gesetzlicher Krankenkassen“, sagt Markus Juhls von der AOK. Bemerkenswert: Andere Krankenkassen hätten die Fahrtkosten übernommen und sich im Sinne ihrer Versicherten entschieden. Das ergaben Recherchen der SVZ.

Auch der Verband der Ersatzkassen (VDEK) meint nach einer ersten Einschätzung: Im Fall der Gadebuscherin Erika Adamski hätten die Voraussetzungen vorgelegen, damit sie die Fahrt nach der Operation nahezu kostenfrei hätte antreten können. Maximal zehn Euro hätte sie zuzahlen müssen.

Dem VDEK gehören die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse, die DAK Gesundheit, die Kaufmännische Krankenkasse KKH, die Hanseatische Krankenkasse HEK und die Handelskrankenkasse hkk an. Sie versichern 26 Millionen Menschen in Deutschland.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen