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120 Jahre Gadebuscher Bahnhof : Kanonendonner zum Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Freundeskreis Historischer Eisenbahnen feiert in der Münzstadt

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2017 | 21:01 Uhr

Ein nicht zu überhörender Kanonenschuss aus der Artillerie des Lützower Freicorps läutete am Sonnabend den 120. Geburtstag des Gadebuscher Bahnhofs ein. Betreiber Holger Hempel war standesgemäß mit Kelle und Uniform gekleidet, um die Gäste in Empfang zu nehmen und ihnen die eine oder andere Geschichte rund um den Bahnhof zu erzählen.

„Wir feiern heute den 120. Geburtstag des Bahnhofes und gleichzeitig den fünften Geburtstag der Station Burgsee. Leider sind heute nicht ganz so viele Gäste gekommen, dafür aber viele Kenner und Liebhaber alter Eisenbahnen“, sagte Holger Hempel. Denn auch der Freundeskreis Historischer Eisenbahnen Mecklenburg war gekommen, um das Gebäude und die gesamte Anlage einmal mehr in Augenschein zu nehmen. Mit ihren Eisenbahneruniformen aus verschiedenen Zeitepochen präsentierten sie die mehr als einhundertjährige Geschichte der Eisenbahn. „Natürlich sind wir nicht zum ersten Mal hier. Aber zu solch einem Geburtstag ist es schon etwas besonderes und da haben wir uns eben herausgeputzt“, erklärte Peter Falow, ehemaliger Hauptlokomotivführer. Er und die anderen Mitglieder des Freundeskreises lobten die Sanierung dieses Bahnhofes ganz besonders: „Es ist ein sehr schöner Bahnhof in Mecklenburg. Einige wurden bereits saniert, aber Gadebusch mit seinem Fachwerk stellt da eine Besonderheit dar“, erklärte Falow. Denn die meisten Bahnhöfe seien aus Ziegel gebaut worden und damit von der Grundsubstanz etwas besser auszubauen, berichtete Falow. Er selbst fuhr von 1957 bis 1967 die Strecke zwischen Rehna, Gadebusch und Schwerin als Lokomotivführer und konnte aus eigenen Erfahrungen berichten. „Der Gadebuscher Bahnhof hat Seltenheitswert. Es ist für diese Objekte immer ein Glücksfall, wenn sich ein Unternehmer der Sanierung solcher kostspieligen Sachen annimmt und erhält“, sagte er. Heutzutage seien solche Gebäude gar nicht mehr vorstellbar, sagte er.

„Die Bahn baut doch nur noch Unterstellmöglichkeiten und stellt manchmal einen Fahrkartenautomaten hin“, erklärte Wolfgang Kroll, früherer Abteilungsleiter Triebfahrzeugbetrieb im Bahnbetriebswerk Schwerin. Auch er lobte den Erhalt des Gebäudes und sagte: „Wir waren schon zur Eröffnung vor fünf Jahren hier und wir werden auch in fünf Jahren wieder hier sein, wenn der Bahnhof sein 125. Jubiläum feiert. Dafür lieben wir dieses Hobby und unterstützen, wo wir können.“ Denn der Freundeskreis besucht nicht nur in originalen Trachten festliche Anlässe, sondern richtet auch Museen ein oder kümmert sich um den Erhalt alter Eisenbahnen.

So wurde in nur wenigen Tagen ein kleines Museum in der Stadt Klütz eingerichtet. Hier startet „De lütt Kaffeebrenner“ mehrmals täglich, um die Besucher auf der Schmalspurbahn nach Reppenhagen und wieder zurück zu bringen. Das frühere Bahnwärterhäuschen ist jetzt mit alten Details geschmückt worden.

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